Archiv für Oktober, 2011

Prove You’re Alive. If You Don’t Claim Your Humanity You Will Become A Statistic

Veröffentlicht in Off Record am Oktober 22, 2011 von moz

Jüngst in einer Diskussion zu Occupy und Co. sprach eine zynische Stimme: Schon mal versucht, ohne Girokonto zu leben? Wie gegen etwas protestieren, dessen Teil man doch ist? Haha, das sollen die mir mal erklären.

Kannst machen nix, Du kleines Rädchen? So be it, und damit hat sichs?

Wie wäre es denn zum Beispiel, wenn eine kritische Masse derer, die ihr Girokonto bei der Deutschen Bank haben, bei deren Tochter Postbank, bei der Commerzbank, der Hypo und so weiter und sofort, dort kündigen und zu einer Volks- und Raffeisenbank gehen oder zur GLS BANK? Die Abertausende Girokonten brauchen die Banken ja angeblich gar nicht, weil sie ihr Geschäft ja längst mit anderen Dingen machen. Das würde man dann ja mal sehen, wenn die Bilanzen ohne die Sicherheiten aus den ganzen Girokonten und Kleinanlegerkonten auskommen müssten.

Ach ja, ja klar, das ändert ja nichts, es ist ja das „große Geld“, das Schuld ist, nicht wahr? Was ändert da schon das eigene kleine Etwas. Und dann die Komplexität der Finanzmärkte, so einfach ist das ja alles nicht mit Freund und Feind. Und überhaupt: Banken, die ethisch einwandfrei sind, gibt es nicht. Jaja.

Wenn ich ehrlich bin, dann verstecke ich mich gerne hinter genau diesen Argumenten. Im Fall des Girokontos grübel ich schon seit Tagen und dann ertappe ich mich schnell bei Überlegungen wie „Ohh, dann muss ich die Daueraufträge umstellen“ oder „Ob das bei der GLS auch gebührenfrei ist, das Girokonto?“. Ich bin Jacks Schere im Kopf.

Es gibt für ALLES eine kritische Masse. Wir testen sie nur zu selten an.

Auch gerne gehört in den letzten Tagen: You can’t beat them, sie haben Dich schön eingewickelt und ans System angeschlossen. Besser noch: Du versorgst es mit Energie. You are the living battery, you feed the machinery. Aber Jeder kriegt dafür ja auch eine ganz gute Portion an Soma in jedweder erwünschter Verabreichungsform, at least hier in Deutschland.

Und ja, es stimmt: Du kommst hier nicht raus, wenn Du nicht eine ganze Menge hinter Dir lassen willst an Komfortzone und Sicherheit. Ich sehe mich auch nicht im alten VW-Bus von Tauschgeschäften lebend durch Europa fahren. I confess: Ich weiß nicht, ob ich zum Totalausstieg tauge.

Nur: Muss ich das?

Was, wenn einfach eine kritische Masse derer erreicht wird, die sich selbst und andere mehr hinterfragen. Die sich informieren. Die sich selbst als Medium begreifen, anstatt sich zum Objekt selbiger degradieren zu lassen. Die selbst Nachrichten schreiben als sie  nur zu konsumieren. Die aufmerksam sind. Die unbequem bleiben – am meisten sich selbst gegenüber. Menschen, die nicht um jeden Preis wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, nur weil es ihnen gerade in den Kram passt und es bequemer ist. Menschen, die einander mit Achtung begegnen im Alltag – auch und gerade jenen Menschen die anders sind und anders denken. Menschen, die einander ausreden lassen. Menschen, die sich von der Vorstellung lösen, dass es auf Alles eine einfache Antwort, und zwar jetzt und sofort, geben muss. Menschen, die sich von Rückschlägen und Irrtümern nicht entmutigen lassen. Menschen, die neugierig bleiben für das Fremde, Neue, Andersartige, Menschen, die bereit sind zu sagen ‘Tja, da habe ich mich wohl geirrt’. Menschen, die für einen kleinen Teil der Welt um sie herum aktiv Verantwortung übernehmen – auf ihre Art, mit dem was sie können. Menschen, die mehr über Mikrogeschäftsmodelle handeln als nur über das Makro zu verzweifeln.

Gott, wie kitschig, wie naiv? Wohl eher anstrengend und eine Menge Holz. Weswegen ich dankbar für bin für jene Menschen der vergangenen Tage, die mich daran erinnert haben, dass es aber genau darum geht.

Und wenn das alles nichts bringt, dann bleibt uns immer noch die Tyler Durden-Variante: As for the cream of mushroom soup. Well, you get the idea …

And It’s Hard To Dance With A Devil On Your Back. So Shake Him Off.

Veröffentlicht in High Rotation mit den Tags am Oktober 18, 2011 von moz

Wer Florence Welch mag, dann gerne auch dafür, dass sie aus vollem Herzen over the top geht.

So auch bei Shake It Out.

Wer die große Oper der Emotionen nicht so seins nennt: lieber Finger weg.

Lulu, Lou Reed & Metallica

Veröffentlicht in High Rotation mit den Tags am Oktober 16, 2011 von moz

Beim Querlesen diverser Musikblogs ist mir nicht entgangen, dass Metallica und Lou Reed seit einiger Zeit an einem gemeinsamen Album basteln. So weit so gut, dachte ich bei moi moz. Denn wie sagte Lou Reed selbst so schön mit Blick auf die vielen Ähs und Öhhs in der Musikpresse:

„An odd collaboration would be Metallica and Cher. That would be odd. Us – that’s an obvious collaboration.“

Was ich allerdings erst jetzt mit großem Staunen und sofort daraus resultierender noch größerer Neugier gesehen habe ist, dass Reed und Metallica sich Frank Wedekinds Lulu vorgenommen haben als Vorlage, Blaupause, Thema, man wird hören, als was eigentlich genau… .

Am 31. Oktober wird Lulu in Europa veröffentlicht, am 8. November spielen Metallica und Reed bei und mit Jools Holland.

Maybe I Head Out West And Find Me Something

Veröffentlicht in Soundtrack of my life mit den Tags , , , am Oktober 15, 2011 von moz

Moi Moz kriegt eigentlich zu jeder Jahreszeit, besonders aber im Herbst diesen “ Ach, mightymy, wo ist denn nur die ganze Zeit hin?“-Blues. Dann zähle ich mir und armen Zuhöropfern gerne auf, was doch noch so alles in bitte ganz naher Zukunft gemacht und erlebt sein will: Ein Buch fertig schreiben, wieder Schlagzeug spielen, Surfen lernen oder quer durch die USA fahren inklusive Nashville, Memphis und New Orleans. Spätestens beim letzten Punkt gesellt sich zur „Time flies!“-Litanei dann auch noch der Fernwehblues.

Well today I found myself daydreaming, thinking I like to be a pioneer.

Maybe I head out west and find me something or maybe even disappear.

And if I leave this town, I’ll be gone, gone, gone and I won’t be back for far too long.

Dann schaue ich bei der Gelgenheit mal persönlich bei Carl’s Country Club in Nashville vorbei und höre den Zikaden und Nikki Lane zu. Und dann kommt noch Caitlin Rose dazu und jammt ein wenig mit.

Tennis: Tell Her No (The Zombies)

Veröffentlicht in Cover me, High Rotation mit den Tags am Oktober 12, 2011 von moz

Für die Sektion Cover Me:

Tell Her No im Original von  The Zombies

und

in der sehr gelungenen Fassung von Tennis.

Won’t You Wrap The Night Around Me

Veröffentlicht in Cover me mit den Tags , am Oktober 11, 2011 von moz

Zum 20igjährigen des besten U2-Albums ever Achtung Baby (oder glaubt jemand ernsthaft, da kommt noch was Substanzielles?) wird es ja wie hier schon berichtet ein Tribute-Album geben.  Jack White hat sich Love Is Blindness vorgenommen, mein heimlicher Liebling von Achtung Baby und neben Acrobat einer der gerne unterschätzen Songs.

Beim ersten Hören dachte ich nur „Huch!“. Aber wenn man die alteingeschliffene Erinnerung an den Wouldliketobecrooner Bono erst mal hinter sich gelassen hat, macht diese energetische Interpretation immer mehr Spaß. Mir jedenfalls. Manch Andere(r) wird es möglicherweise prätentiös finden. Und, na klar: Bonos schmachtender Schmelz bleibt Platz 1.

Jack White: Love Is Blindness

U2: Love is Blindness

Let Me Hear That Song!!

Veröffentlicht in High Rotation, Soundtrack of my life mit den Tags am Oktober 9, 2011 von moz

Unwiderstehlich, mir unmöglich, dabei die Beine still zu halten und jetzt schon ganz oben auf meiner Liste meine persönlichen Lieblinge aus 2011: How Deep Is Your Love. Weckt selbst Tote und macht einfach glücklich. Gelungene Anleihe bei Madchester, Acid und Co..

My Blanket Covers Me

Veröffentlicht in High Rotation, Soundtrack of my life mit den Tags am Oktober 8, 2011 von moz

Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht. Aber mir ist herbstlich frostig. Mir erschloss sich heute weniger denn je, warum es überhaupt notwendig sein sollte, ein heimeliges Bett zu verlassen.

Ich bin dann doch irgendwann aus dem Coccon gekrochen, allerdings mit dem festen Vorsatz, wenigstens musikalisch heute auf all meinen Wegen eine wärmende Decke mitzunehmen:

Imogen Heap: Blanket

Bon Iver: Holocene

Tennis: Pigeon

Lana Del Rey: Blue Jeans

Caveman: Decide

Adele: I Can’t Make You Love Me

 

 

Was Erlaube Rolling Stone Magazine?

Veröffentlicht in Soundtrack of my life mit den Tags am Oktober 7, 2011 von moz

Die Titelfrage ist eigentlich falsch, denn Flasche leer sind die  Leserinnen und Leser des Rolling Stone, die folgende Liste der 10 übelsten Songs der 80iger zusammengepollt haben:

1 – Starship – ‘We Built This City’
2 – Europe – ‘The Final Countdown’
3 – Chris De Burgh – ‘Lady In Red’
4 – Wham! – ‘Wake Me Up Before You Go-Go’
5 – Men Without Hats – ‘The Safety Dance’
6 – Falco – ‘Rock Me Amadeus’
7 – Bobby McFerrin – ‘Don’t Worry Be Happy’
8 – Toni Basil – ‘Mickey’
9 – Taco – ‘Puttin’ On The Ritz’
10 – Rick Astley – ‘Never Gonna Give You Up’

Was? Rick Astley nur auf 10 und Frau Minogue oder Sam Fox gar nicht dabei? Dafür aber Rock Me Amadeus und der Safety Dance im Mittelfeld? Ähh. Leserinnen und Leser des Rolling Stone eben. Deren Best Of möchte ich gar erst nicht kennen lernen … .

Les Feuilles Mortes Se Ramassent À La Pelle

Veröffentlicht in Soundtrack of my life mit den Tags , am Oktober 6, 2011 von moz

Da isser, der olle Herbst. Regen, Wind und welkes Laub unter den Füßen, Les Feuilles Mortes, um mit Yves Montand zu sprechen … .

Für die radikal Anglophilen unter uns (moi moz?): Nat King Coles Autumn Leaves.

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