Archiv für Januar, 2008

Cat Power meets Norah Jones

Posted in Backlist, Backstage, High Rotation with tags , , on Januar 28, 2008 by moz

Als ich neulich im Kino den Vorspann zum recht verzichtbar wirkenden Blue Berry Nights von Wong Kar Wai sah, gefiel mir irgendwas daran. Die Story und Norah Jones konnten es ganz sicher nicht sein, Jude Law auch nur bedingt.

Stimmt, da war dieser tolle Song im Hintergrund, der ganz sicher NICHT von Norah Jones stammte. Was war das bloß? Quäl, quäl, quäl…quäl, quäl, quäl… heute fiel es mir wieder ein – nämlich als ich das neue Album von Cat Power hörte.

Yepp, der Song, der in der Vorschau von Blueberry Nights läuft und diese damit einigermaßen erträglich macht, ist The Greatest. Die Website zum Film bestätigt dies. The Greatest stammt vom gleichnamigen vorletzten Album, das Mrs. Cat Power, Chan Marshall, veröffentlicht hat. Exzellente Musik veredelt eben alles. Und Chan Marshall ist immer noch die Größte – sorry Leslie…

Was die Website zu Blueberry Nights aber auch bestätigt: Chan Marshall spielt im Film mit – und zwar die Ex vom netten Café-Mann. Das macht mich seitdem etwas fertig. Und ich bin seitdem auch irgendwie not in the mood for her new album Jukebox. Falls sich das aber geändert haben sollte, folgt hier postwendend die Rezension.

La famiglia kocht

Posted in Off Record on Januar 27, 2008 by moz

Im Küchendschungel herrscht seit längerem Schweigen, die Entdeckung kulinarischer Welten liegt dort etwas brach. Also feuer ich die hoffentlich genesene Bewohnerin des Küchendschungels auf diesem Weg an, es sich wieder gut gehen zu lassen, die Küche da draußen in Berlin zu entdecken und uns davon zu berichten. Hau rein, werte C.! Und da Liebe ja bekanntlich auch nicht nur durchs Ohr, sondern auch durch den Magen geht, jetzt ein Ausflug von mir in die Welt der Gaumenfreuden….

Am Prenzlauer Berg gibt es eine noch recht neue kleine Trattoria/Enoteca, die den Namen Vai mó trägt. Ein schnuckeliger, schmaler Gastraum, der gerade einmal sechs Tischen Platz bietet. Eine Reservierung ist angebracht.

Uns bediente eine extrem nette, unkomplizierte Italienerin, in der Küche steht glaube ich ihr Mann oder Bruder. La famiglia, sehr angenehm, wenn man es mit manchem Berliner Restaurant vergleicht, in dem man sich ja gerne auch mal für die eigene Anwesenheit entschuldigen muss.

Die zwei Tagesmenüs für rund 35 Euro werden durch eine nicht zu ausführliche Karte ergänzt. Hier gibt es gleich auf der ersten Seite die Klassiker im Bereich Pasta für rund 7-9 Euro. Umblättern lohnt sich aber unbedingt, denn schon bei den Vorspeisen läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Das geht bei den Primi und Secondi Piatti so weiter. Solide italienische Küche, tutto hausgemacht. Wir teilten uns einen Vorspeisenteller (nicht chichi, sondern die normale Auswahl an Wurst, Käse, Oliven, etc.) und hatten danach jeweils etwas von der Auswahl der Primi gewählt. Ich habe jedes Fitzelchen meiner Sauce mit dem Brot aufgesogen, einfach lecker, wie die gefüllten Ravioli selbst auch. Eigentlich schon angenehm satt, sah ich eine Auswahl der täglich wechselnden Desserts an den Nachbartisch wandern. Ich war zwar nach dem Tiramisu froh über den von der Bedienung angebotenen Grappa, aber es hat sich wirklich gelohnt. Lasst Platz für den Nachtisch!

Die Weinkarte wechselt. Und es lohnt sich, einfach mal zu fragen, was denn die Gastgeber so empfehlen. Wir wollten einen Weißen. Aus der Küche kam die Empfehlung zu einem Chardonnay, bei dem die 18 Euro für die Flasche so gut investiert waren, dass wir recht bald noch eine zweite brauchten. Ich wollte mir eigentlich aufschreiben, wie der hieß. Lecker. Als einer meiner Begleiter meinte, der Weiße der zweiten Flasche würde anders schmecken als der erste – und irgendwie hatte er Recht, kein Kork, aber eben anders -, gab es keine langen Diskussionen, sondern flugs eine neue Flasche.

Die Gastgeber sind überhaupt sehr aufmerksam, schenken nach, füllen ständig den Brotkorb und sind einfach in der Nähe, wenn man Fragen hat. Gut, keine Kunst bei der Größe der Trattoria. Aber eben angenehm.

Kurzum: Wem der Sinn nach guter hausgemachter italienischer Küche mit wenig Trubel drumherum steht, der sollte sich mal in die Danziger Str. 18 begeben. Vai mó, Tel.: 030/48495655.

Ciao ragazze e ragazzi!

Get well soon – mit dem Album sicher!

Posted in High Rotation with tags , , , , , , on Januar 23, 2008 by moz

Stimmt. Das Album Rest now, weary head! You will get well soon von Get well soon wird derzeit rauf und runter besprochen und gelobt. Da weiß man dann manchmal nicht, ob das eigene Urteil von derartigen Lobeshymnen wie auf Spiegel Online oder Radio 1 getrübt wird. Und wir wissen ja auch: Don’t believe the hype, jedenfalls not necessarily.

Ich saß neulich bei einem Freund, der in Sachen Musik von der schnellen Sorte ist. Im Hintergrund der netten Runde lief Etwas, was mich den Kopf schief legen ließ und latent vom Gespräch abzog (meinem Nachbarn zur Rechten ging es auch so). Es hatte was von Beirut, war aber nicht Beirut. Die Stimme erinnerte teilweise an den von mir hoch verehrten Stephin Merritt von den Magnetic Fields, aber er war es nicht. Die Intonation ließ manchmal einen Hauch von Thom Yorke (muss ich keinen Link setzen, oder?) durch den Raum ziehen. Trotz der vielen musikalischen Referenzen war eindeutig ein eigener Stil zu erkennen. Die Melodien waren zudem gut abgehangen, die Soundschnipsel und vielen kleinen Details ergaben was rundes Neues. Und coverten der oder die nicht gerade Underworlds Born slippy? Ja, wie geil ist das denn! Hmmm. Kopf wog seicht hin und her, Füße tippten mit.

„A., wer ist denn das?“ – „Get well soon“ – „Ach nee!“, sagten mein Nachbar zur Rechten und ich gleichzeitig.

Das Jahr 2008 hat musikalisch schon mal gut begonnen.

Eltons Schaf

Posted in Off Record, Soundtrack of my life with tags , , , , , on Januar 19, 2008 by moz

Teile meiner Kindheit und Jugend waren von einem rigorosen Glauben durchzogen. Ich bin nicht einfach nur protestantisch gewesen. Ich war pietistisch unterwegs, besser noch evangelikal-pietistisch. Damit ist man nicht christlich, man ist christlicher als christlich. Die Schere im Kopf ist in diesem Umfeld oft der Normalfall. Und Teile meiner latenten sozialen Deformation resultieren sicher aus dieser Zeit.

Meine Eltern sind unschuldig an dieser Entwicklung. Schuld war der Sommer 1980, den ich einsam – da frisch umgezogen – im Neubaugebiet meiner neuen Heimatstadt MR zubringen musste. Die einzige Abwechslung verhieß das Kinderprogramm der ortsansässigen Jungschargruppe des EC. Geleitet von einer Frau mit schwarzem Kleid und weißer Haube, die auf den Namen „Schwester A.“ hörte. Eine Diakonisse, wie ich schnell lernen sollte. „Geh doch mal hin“, sagte meine Mutter. Ich ging – und lernte neben einer Menge netter Kinder irgendwann auch Jesus kennen. Denn ein wesentlicher Teil der evangelikalen Vorstellung von Glauben ist, dass man an einem bestimmten Punkt Gott-Jesus-Heiliger Geist aktiv in sein Leben bittet. In etwa so wie Saulus, als er vor Damaskus zum Paulus wurde.

Ich ging also seit 1980 regelmäßig in die Jungschar (in der übrigens damals so ab 10 die Geschlechtrennung galt). Ich nahm freiwillig in den Ferien an unzähligen Freizeiten teil, gegen die Bootcamps in Sachen Hirnwäsche ein Dreck sind. Ich habe mich in Gebetskreisen zusammen mit anderen Teenagern der Frage gestellt, ob ein Christ Popper sein kann. Und ich sang zeitweilig sogar mehr schlecht als recht in einem Jugendchor. Jede Zeit hat ihre Lieder, also auch diese. Viele davon, die wir in der Jungschar sangen, werde ich sicher noch mit 90 erinnern. Leben im Schatten, sterben auf Raten (der Text plus grooviger Heimorgel) oder Ins Wasser fällt ein Stein.

Das Leben als wiedergeborener Christ ist kein Pappenstiel. Die Welt da draußen hält viele Fallstricke bereit. I only wanna do what’s right und die Autoritäten aus dem evangelikalen Umfeld erläutern dir mit der Bibel in der Hand, was das ist und was nicht. Mit meinem ab elf, zwölf Jahren erwachenden Interesse an der weltlichen U-Musik kam ich daher schnell in Teufels Küche – und damit in arge Gewissensnöte. Denn mir wurde neben vielen anderen nützlichen Dingen – wie, dass Sex vor der Ehe nicht taugt und Homosexualität erst recht nicht – auch beigebracht, dass die säkuläre Pop- und Rockmusik natürlich gerne vom Teufel genutzt würde, um mich vom rechten Weg abzubringen.

Es gab da zum Beispiel ein Buch mit dem Titel Wir wollen nur Deine Seele. Das Machwerk habe ich mir zum Spaß und zu Recherchezwecken noch mal als PDF gezogen. Darin wurde detailliert erklärt, warum von den Beatles bis den Rolling Stones alle Satanisten waren. Hotel California von den Eagles ging selbstredend gar nicht. Black Sabbath war für mich der Inbegriff des Bösen. Der Inhalt ist echt zu krude, um ihn hier mit Auszügen zu würdigen. Aber er hinterließ zunächst einmal Eindruck. Auch meine damalige musikalische Jetzt-Zeit bot genug Zündstoff: Durfte ich Depeche Mode hören, deren Blasphemous Rumours doch eigentlich gar nicht ging und doch so toll war? Und was war mit The Cure? Schwierig, schwierig.

Ich wurde also etwas schizo, das half, mit diesem Dilemma zu leben. Klappte beim Rauchen und Trinken in der Folge auch ganz gut. Und ich fing natürlich an, christliche Bands in der Welt da draußen zu suchen. Ganz oben auf der Liste stand der kleine Weltverbesserer Bono mit U2, die ja insbesondere auf Unforgettable Fire und Joshua Tree ihre christlichen Anleihen hatten. Also hörte ich die rauf und runter – und verstand natürlich sofort, was Bono meinte, als er im Konzertfilm Rattle and Hum die Liveversion von Helter Skelter mit den Worten ankündigt:

This song charles Manson stole from the beatles, we’re stealing it back.

Aber es gab daneben auch einen ganzen Zweig richtig christlicher Künstler, überwiegend natürlich aus den USA. Getreu dem Motto Why should the devil have all the good music machten sie Pop und Rock mit christlichen Texten. Oder sie lebten wenigstens dezidiert christlich und damit einigermaßen „saubere“ Texte.

Noch zu meiner Zeit in den 80igern konnte man die Professionalisierung im amerikanischen und auch deutschen Markt gut beobachten. Es gab und gibt auch christlichen Metal, White Metal halt… Schizo wie ich war, speiste sich ein Teil meines Musiklebens auch aus dieser Quelle. Amy Grant, Bryan Duncan, Michael W. Smith (hier mit Amy Grant), Petra (klicken sämtlicher Beispiele auf eigene Gefahr ;-)). Wir fuhren sogar 1988 zum christlichen Musikfestival Flevo in die Niederlande, um dort drei Tage lang zu campen und Musik zu hören. Noch bekannter in Europa war Greenbelt in England, aber bis dahin kam ich nie. Damals waren die meisten Künstler aus dem Bereich Gospel, Pop, Rock, Metal. Heute gibt es jede musikalische Spielart auch von christlichen Musikern. Und sie finden ihren Weg zunehmend in die American Billboard, wie zum Beispiel P.O.D zeigen.

Zurück in meine 80iger Jahre: Christliche Musikgrößen sorgten mit Ausflügen in die säkulären Gefilde natürlich immer wieder für Diskussionen in den ultrachristlichen Kreisen. Große Aufregung gab es zum Beispiel, als BeBe und CeCe Winans im Gospel Chor von Madonnas Video zu Like a Prayer auftauchten (Die Frau, die Madonna ansingt, ist glaube ich CeCe Winans). Dürfen die das? Durften sie natürlich nicht, böseböse.

Man kann das jetzt alles niedlich und witzig finden. Im Kern geht es aber um überwiegend intolerante Wertvorstellungen und deren Durchsetzung mit allen nur erdenklichen Mitteln. Mit der seit den 80igern auch in Europa rasant gewachsenen christliche Kulturindustrie scheffeln ultrachristliche Gruppierungen Milliarden. Musik, Belletristik, Filme, Comics für die Kids – mit allen Mitteln wird eine ganz speziell zugeschnittene Frohe Botschaft in die Menschen gedrückt:

Alternative rock is just one pillar in the gigantic cathedral of Christian entertainment. It spans from the popular „Left Behind“ novels, which sold 28.8 million copies, to the Grammy-winning singer Steven Curtis Chapman, who helped pack in 50,000 at the Freedom Live festival in Tulsa, Okla., last week. Then there’s the 22 million video sales of the children’s cartoon „VeggieTales.“ This gospel-fueled fun is now a booming business and a cornerstone of American culture. […]

The largely evangelical industry has created its own parallel world anyway, a place where popular art and culture are filtered through a conservative Christian lens and infused with messages of faith. This is a milieu familiar to many people who live in the Red Zone–the vast swath of the nation that tends to go to church, voted for George W. Bush and is sometimes suspicious of the national press (including NEWSWEEK). On the mammon side, the rise of Christian entertainment is a simple matter of supply and demand. The number of evangelicals, or born-agains, has increased sharply over the past 20 years; some studies suggest they’re the fastest-growing segment of America’s religious population. The heavenly ring of cash registers has finally grown so loud that major publishers (including Warner Books) have started Christian-book divisions, and independent gospel-based labels are being snapped up by such corporate giants as Sony and Universal. You don’t have to care about music to see that the subculture of Christian rock, with its marketing strategies, ecclesiastical messages and devoted fans, sheds light on a fascinating sector of American life. (Lorraine Ali, The glorious Rise of Christian Pop, Newsweek, 16, July 2001)

Man kann nun argumentieren, dass sich jeder seine Nische so gemütlich machen kann, wie er will. Aber das Geld, das hier gescheffelt wird, fließt in vielen Fällen in Projekte, die dazu dienen, die Welt im Sinne fundamentalistischer Wertvorstellungen zu gestalten. Den Einfluss fundamentalistischer Kreise auf George W. hat die Dokumentation The Jesus Factor (lief im Oktober 2004 auch auf ARTE) gut dokumentiert.

Mein skurrilstes unter vielen skurrilen Erlebnissen im Zusammenhang mit dem Thema ultrachristliche Irrungen und Wirrungen rund um Musik hatte ich übrigens so mit 16 Jahren: Auch wiedergeborene Christen feiern. Auf einer Geburtstagsparty versuchte ich, aus der äußerst mickrigen und geschmacklich nicht ganz auf meiner Linie liegenden Musiksammlung als DJ irgendwie das Beste zu machen. Als ich gerade Elton John eingelegt hatte, kam einer der Gäste auf mich zu. Ich möge doch bitte etwas anderes als Elton John spielen. Hey schon klar, ich finde den auch nicht gerade super. Aber die Auswahl lässt mir keine andere Wahl. Nein, nein, das Musikalische sei nicht das Problem – aber der Inhalt. Ob ich denn nicht wisse, dass Elton John, nun ja, unter anderem auch mit Tieren verkehre? „Nö.“, sagte ich da, „Aber das erklärt Einiges: Dann besingt er in Blue Eyes sicher die Augen eines Schafes.“ Ich lachte mich kringelig, mein Gegenüber hingegen verzog keine Miene.

Ich glaube, das war der Tag, an dem das Leben ohne Schere im Kopf endgültig deutliche Konturen annahm….

Die Muße ist die Schwester der Freiheit

Posted in Soundtrack of my life with tags , , , , on Januar 16, 2008 by moz

Das wusste auch Morrissey, als er Heaven knows I’m miserable now schrieb. Ein kleiner Einblick in den Text gefällig?

I was happy in the haze of a drunken hour – but heaven knows I’m miserable now. I was looking for a job and then I found a job – and heaven knows I’m miserable now. In my life, why do I give valuable time to people who don’t care if I live or die? (hier zum ganzen Text).

Needless to say, dass ich die Bedeutung des Textes als kaum schuftende Schülerin und Studentin nicht ganz erfassen konnte.

Das änderte sich schnell, als ich zum Fron in eine Agentur nach Minga ging. Kam ich abends aus den Weiten Unterföhrings heim, begrüßte mich gerne schon mein geliebter Flatmate – auch bekannt als bester aller Mitbewohner – mit diesem Lied. Machte er doch gerade und immer wieder ähnliche Erfahrungen in seinem Job.

Ich kann gar nicht sagen, wie tröstend dieses Lied seitdem immer wieder für mich ist!

Als Teenager war ich ja verliebt in Morrissey. Wie wohl Legionen leicht depressiver junger Frauen und Männer mit dem Hang zu schweren Weisen auch.

Aber zu den Smiths äußere ich mich sicher demnächst noch ausführlicher….

Kleine Umfrage zum ersten Klammerblues

Posted in Soundtrack of my life with tags , , on Januar 15, 2008 by moz

Und? Wisst Ihr es noch, zu welchem Lied Ihr das erste mal in den Infight gegangen seid? Na, sicher doch! Bitte in den Kommentaren hinterlassen, dann können wir eine Hitlist erstellen.

Bei mir war es Almost Paradise. „Häh?“, denkt Ihr jetzt Alle. Nie gehört? Footlose war der Film des Sommers 1984. Und den Soundtrack musste man einfach haben. Kevin Bacon hat über die Jahre gewonnen, der Soundtrack eher nur an nostalgischer Patina. Der Film selbst ist auch kein echter Gewinn – es sei denn, man will etwas über die Tristesse und Rückständigkeit amerikanischer Kleinstädte mitten im Bible Belt lernen. Der Titelsong Footlose dürfte noch recht bekannt sein. Almost Paradise war die romantische Nummer und eignete sich gut zum über die Tanzfläche schieben. Er hieß Ingo und hatte extrem süße braune Locken. Es hielt ganze zwei Wochen, was für damalige Lebensabschnittpartner aber schon mal nicht schlecht war.

Graues Vinyl – Some great Reward (1984) von Depeche Mode

Posted in Backlist with tags , , , on Januar 15, 2008 by moz

Diese Platte musste ich damals einfach haben! Meine fünf Jahre ältere Schwester hat mich schon mit den ersten Alben infiziert. Some great Reward wurde in den Hansa-Studios aufgenommen. Zum Einsatz kamen dabei auch Fensterrahmen und andere Gegenstände, die mehrfach resampelt in die Sounds eingebaut wurden. Aber das interessierte mich mit meinen 12 Lenzen damals herzlich wenig. Es war ein neuartiger Klang, es waren interessante Texte, zumindest tiefschürfend genug für eine 12jährige.

Und dann gabe es diese LP auch noch in einer Sonderedition: Graues Vinyl!! Wow!!

Das Album war kaum draußen, da hatte ich es schon. Das praktische war, dass die Texte auf der Schutzhülle der Platte mit drauf waren. Also konnte ich es mir ersparen, Blasphemous Rumours (welch längst vergessene Videoästhetik der 80er! Was für Frisuren!) durch bloßes Mithören Wort für Wort zu notieren und zu verstehen. Den hier verlinkten Auftritt habe ich damals natürlich im TV gesehen. Da ich die Einstürzenden Neubauten noch nicht kannte, war es mein erster Kontakt mit Musikern, die auf Ambossen rumhämmern oder die Speichen eines Rades benutzen. Für mich waren das kleine Götter.

Dieser Song hat mich damals auch mit am meisten beeindruckt. Sehen wir mal von Somebody und den Tanzkrachern People are People und Master and Servant ab. Beim Wiederentdecken ist mir aufgefallen, wie gut It doesn’t Matter ist.

Übrigens: Somebody soll Martin L. Gore nackt in den Hansa-Studios eingespielt haben, so berichtet es die Dokumentation auf der DVD-Neuveröffentlichung des Albums. Und er hatte damals eine deutsche Freundin, gehörte für die vielen berlingeilen Musiker wohl irgendwie dazu. Er spricht auch noch ganz akzeptabel.

Die Liedzeile

I don’t want to start any blasphemous rumours, but I think that god has a sick sense of humor. And when I die I expect to find him laughing.

möchte ich übrigens auf meinem Grabstein haben. Ich habe das jetzt schon mehrmals bei Verwandschaft und Co. angemerkt. Vielleicht hilft dieser Beitrag ja ein wenig dazu, dass das dann auch passiert ;-))

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