La famiglia kocht

Im Küchendschungel herrscht seit längerem Schweigen, die Entdeckung kulinarischer Welten liegt dort etwas brach. Also feuer ich die hoffentlich genesene Bewohnerin des Küchendschungels auf diesem Weg an, es sich wieder gut gehen zu lassen, die Küche da draußen in Berlin zu entdecken und uns davon zu berichten. Hau rein, werte C.! Und da Liebe ja bekanntlich auch nicht nur durchs Ohr, sondern auch durch den Magen geht, jetzt ein Ausflug von mir in die Welt der Gaumenfreuden….

Am Prenzlauer Berg gibt es eine noch recht neue kleine Trattoria/Enoteca, die den Namen Vai mó trägt. Ein schnuckeliger, schmaler Gastraum, der gerade einmal sechs Tischen Platz bietet. Eine Reservierung ist angebracht.

Uns bediente eine extrem nette, unkomplizierte Italienerin, in der Küche steht glaube ich ihr Mann oder Bruder. La famiglia, sehr angenehm, wenn man es mit manchem Berliner Restaurant vergleicht, in dem man sich ja gerne auch mal für die eigene Anwesenheit entschuldigen muss.

Die zwei Tagesmenüs für rund 35 Euro werden durch eine nicht zu ausführliche Karte ergänzt. Hier gibt es gleich auf der ersten Seite die Klassiker im Bereich Pasta für rund 7-9 Euro. Umblättern lohnt sich aber unbedingt, denn schon bei den Vorspeisen läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Das geht bei den Primi und Secondi Piatti so weiter. Solide italienische Küche, tutto hausgemacht. Wir teilten uns einen Vorspeisenteller (nicht chichi, sondern die normale Auswahl an Wurst, Käse, Oliven, etc.) und hatten danach jeweils etwas von der Auswahl der Primi gewählt. Ich habe jedes Fitzelchen meiner Sauce mit dem Brot aufgesogen, einfach lecker, wie die gefüllten Ravioli selbst auch. Eigentlich schon angenehm satt, sah ich eine Auswahl der täglich wechselnden Desserts an den Nachbartisch wandern. Ich war zwar nach dem Tiramisu froh über den von der Bedienung angebotenen Grappa, aber es hat sich wirklich gelohnt. Lasst Platz für den Nachtisch!

Die Weinkarte wechselt. Und es lohnt sich, einfach mal zu fragen, was denn die Gastgeber so empfehlen. Wir wollten einen Weißen. Aus der Küche kam die Empfehlung zu einem Chardonnay, bei dem die 18 Euro für die Flasche so gut investiert waren, dass wir recht bald noch eine zweite brauchten. Ich wollte mir eigentlich aufschreiben, wie der hieß. Lecker. Als einer meiner Begleiter meinte, der Weiße der zweiten Flasche würde anders schmecken als der erste – und irgendwie hatte er Recht, kein Kork, aber eben anders -, gab es keine langen Diskussionen, sondern flugs eine neue Flasche.

Die Gastgeber sind überhaupt sehr aufmerksam, schenken nach, füllen ständig den Brotkorb und sind einfach in der Nähe, wenn man Fragen hat. Gut, keine Kunst bei der Größe der Trattoria. Aber eben angenehm.

Kurzum: Wem der Sinn nach guter hausgemachter italienischer Küche mit wenig Trubel drumherum steht, der sollte sich mal in die Danziger Str. 18 begeben. Vai mó, Tel.: 030/48495655.

Ciao ragazze e ragazzi!

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2 Antworten to “La famiglia kocht”

  1. Hmm das klingt gut, das müssen wir unbedingt mal testen!

  2. Da die Konkurrenz ja zum Glück selbst zur Konkurrenzbeobachtung einlädt…nehme ich das als willkommenen Anlass, den Küchendschungel so schnell als möglich zu reaktivieren. Und natürlich, bald mal diese wunderbare Empfehlung auszuprobieren! Dank ist also angebracht – in doppelter Hinsicht! Off the record könnte man sich ja dann auch mal über Bewertungen der Hintergrundmusik in den Gourmettempeln unserer Stadt auslassen…wir hatten da gestern so einen Sushi-Ausflug…und Rick Astley saß beinahe auf meinem Schoß…

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