Singende Fußballer

Am Sonntag ist es wieder soweit: Der HSV spielt in München gegen den FCB.

Zur Einstimmung auf diesen Klassiker aus älteren Bundesligazeiten ein Blick auf singende Fußballer beider Vereine. Einige wenige Hörbeispiele sind dabei, sonst aber sind die gefundenen Plattenhüllen schon lustig genug:

Die HSV-Legende Charly Dörfel (kommt für mich noch knapp vor Uwe Seeler) muss 1965 akuten Liebeskummer oder einfach nur einen im Tee hegabt haben: Das kann ich Dir nicht verzeihn. Dörfel war ein schräger Typ, eben ein Linksaußen. Er hat als erster deutscher Fußballprofi gesungen, nicht Kaiser Franz…

Franz Beckenbauer machte sich nämlich erst 1966 auf, die deutschen Charts zu stürmen. Gute Freunde kann niemand trennen besticht durch eine schlichte Melodie, der ein wenig der Pep fehlt. Harmlose deutsche Schlagertradition. Der Kaiser ließ noch weitere Songs folgen, den Mantel des Schweigens darüber.

Vom Sepp im Tor gibt es offensichtlich einen Sangesversuch mit dem Titel Die bayerische Loreley (1968). Lang nach seiner Karriere hat er sich dann noch an Ludwig Thomas Ein Münchner im Himmel (hier in der legendären Zeichentrickfassung) vergriffen. Als Bayer sollte er es besser wissen…

Ironiefreien bayerischen Schmiss hat Da macht es Bumm!, von Gerd Müller eingesungen 1974. Die Blasmusik passt gut nach Bayern. Man merkt dem Bomber der Nation aber an, dass er sich sehr auf den Takt konzentrieren muss. Den richtigen Rhythmus hat er dafür immer auf dem Platz gefunden.

Im Meisterschaftsjahr 1979 sang der damalige HSV-Spieler Kevin Keegan Head over Heels. Dieser Song wurde von Chris Norman (Smokies) produziert. Das hört man. Aus rein musikalischer Sicht immer noch eine Zumutung, aber im Vergleich zu den Herren Beckenbauer und Müller kann Keegan fast singen.

Derzeit ist Keegan, mein größter Held aus Kindertagen, wieder in Newcastle als Trainer unterwegs. Die Fans der Magpies haben ihn bei seiner Rückkehr bejubelt wie einen Messias. Leider ist ein genialer Spieler nicht auch gleich ein genialer Trainer. Möge der Verein diesen Fehler bald einsehen und umkehren…

1980 schlug Jimmy Hartwig vom HSV mit Mama Calypso zu. Leider habe ich den Song bisher nicht gefunden, genausowenig wie seinen zweiten Anlauf aus 1982 mit dem viel sagenden Titel Ich bin immer zu früh.

Gruß an meine zahlreichen FCB-Freunde, so oder so werden die HSV-Fans am Sonntag (diesmal leider ohne mich) zu Recht in Richtung der FCB-Fans wieder singen: „Sing when you’re winning, you only sing when you’re winning!“

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