Ode an The Smiths, Part 1

In loser Folge drücke ich jetzt hier immer mal wieder Kleinode der Smiths in der Abgeschiedenheit dieses Blogs an mein sie unendlich liebendes Herz. Die Gründe dafür sind zu zahlreich, um sie alle aufzuzählen, kurz: Sie haben es einfach verdient!

Gestartet bin ich ja neulich schon mit dem „Hamstersong“ Heaven knows I’m miserable now. Und in der Tat hatte ich mit der Wahl das frühere und immer noch bestehende Vorurteil zur Musik der Smiths bestätigt: Diese Jungs aus Manchester machten traurige Musik für traurige Teenager. Doch wie sagte schon John Peel: I think they’re very funny lyrics (dokumentiert im Rahmen einer Doku von 1987, in Teil 2 der gestückelten Doku). Wenn man erst mal kein Teenager mehr ist, fällt einem diese Ironie bei vielen Songs der Smiths auf. Und so manchem Menschen soll dieser ironische Blick sogar schon vor dem Erreichen des 25 Lebensjahres gelungen sein.

Let’s have a look at Cemetry Gates (vom Album The Queen is Dead). Ständig hatten sich ach so findige Kritiker darüber echauffiert, wie schamlos Morrissey in seinen Texten literarische Vorbilder wie „x“ und „y“ ausbeute. Seine Songs ein einziges Zitat! Er ein einfallsloser Banause mit einem fatalen Hang zum Kitchen Sink Drama. Die Antwort von den Smiths kam in Form des herrlichen Cemetry Gates. Kleine Kostprobe des Textes:

You say : „‚Ere thrice the sun done salutation to the dawn“
And you claim these words as your own
But I’ve read well, and I’ve heard them said
A hundred times (maybe less, maybe more)
If you must write prose/poems
The words you use should be your own
Don’t plagiarise or take „on loan“
‚Cause there’s always someone, somewhere
With a big nose, who knows
And who trips you up and laughs
When you fall
Who’ll trip you up and laugh
When you fall

You say : „‚Ere long done do does did“
Words which could only be your own
And then produce the text
From whence was ripped
(Some dizzy whore, 1804)

A dreaded sunny day
So let’s go where we’re happy
And I meet you at the cemetry gates
Oh, Keats and Yeats are on your side
A dreaded sunny day
So let’s go where we’re wanted
And I meet you at the cemetry gates
Keats and Yeats are on your side
But you lose
‚Cause weird lover Wilde is on mine

Sure !

Hier geht’s zum ganzen Text….

„Talent borrows, genius steals“. Morrissey beruft sich mit dem Twinkle in the Eye auf Oscar Wilde, der zu Lebzeiten bekanntlich ebenfalls mit Kritikern zu tun hatte, die ihm gerne mal des Plagiats beschuldigten.

Melodie und Instrumentierung von Cemetry Gates sind sicher alles andere als deprimierend oder traurig. Ich kriege jedes Mal ein fettes Pfund bessere Laune, wenn ich dieses Lied höre. Hier eine Live-Aufnahme von 1986, als man noch nicht mal eben so mit seinem Handy alles mitschneiden konnte.

Übrigens: “ere thrice the sun hath done salutation to the dawn” stammt wohl aus Richard III. von Shakespeare. Aber wer weiß schon so genau, von wem Shakespeare seine Texte hatte….

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