…but nobody’s rules are the same

Mit Musicals habe ich es, vorsichtig formuliert, nicht so. Zumindest nicht mit dem, was alles seit den 1970ern auf die Menschheit geschossen wurde – das gilt für Jesus Christ Superstar, mit dem mich meine ältere Schwester seinerzeit quälte, ebenso wie für wirklich schlimme Dinger wie Phantom der Oper. Kann ich herzlich wenig mit anfangen.

Aber es gibt eine Ausnahme, zu der ich, ja verdammt, stehe. Und wenn der Ruf erst mal ruiniert ist…, ich freu mich schon!

Meine ältere Schwester war Schuld. Anno 1984 oder 1985 kaufte sie das Doppelalbum Chess. Chess, das war die Musical-Kollaboration von Björn Ulvaeus und Benny Andersson mit Tim Rice. Meine Sis tat dies sicher auch aus alter Liebe zu ABBA. Fortan lief die Platte dann bei ihr rauf und runter. Für mich eine Qual. Ich hielt mit Depeche Mode und Duran Duran dagegen. Aber die Anlage meiner Schwester war lauter als mein Kassettenrekorder.

Chess? Sagt den meisten jetzt nix. Aber wenn ich Murray Head und One night in Bangkok sage, dürfte es teilweise schnackeln. Der Song war damals ein kleiner Hit. Ich erinnere mich noch, dass Murray Head damals bei Na so was! auftrat. Murray Head hatte übrigens schon auf dem Album Jesus Christ Superstar als Judas Ischariot den Song Superstar gesungen.

So um 1984 rum wehrte ich mich jedenfalls gegen Chess und schien dabei äußerlich erfolgreich. In der Tat war ich aber offensichtlich längst mit das Chess-Virus infiziert. Die Inkubationszeit, dauerte ein paar Jahre. Dann brach das Virus aus, wohl begünstigt durch mein damals sangeswütiges Umfeld. Ich habe sogar mal ein Script für eine Fortsetzung von Chess angefangen. Das belegt meiner Ansicht nach ausreichend, dass ich echt einen ausgewachsenen Chess-Schaden habe. Meist schlummert das Virus inaktiv in mir. Ab und an poppt es aber wieder hoch wie der Hefeteig in der Tupperschale. Dann kenne ich keine Gnade mit meiner Umwelt. Chess wird von mir wieder und wieder komplett durchgehört und mitgesungen. Ich kann alles auswendig, Texte und Melodien.

Chess ist Pop mit guten Arrangements und schönen Themen, die sich durch das Musical ziehen. Die alte ABBA-Schule klingt natürlich durch. Die Stücke sind aber durchaus vielfältiger als man es beim Gedanken an ABBA denken mag. Als Teenagerin habe ich besonders gern das trotzige Nobody’s on nobody’s side sowie das (Schmacht)-Duett I know him so well mitgeträllert (beide Videos unbedingt anschauen, schrägste Ästhetik, noch schrägere Frisuren). Mein all time favourite ist und bleibt allerdings das feine Quartett A model of decorum and tranquillity (leider nicht als Video im Original zu finden).

Ich hasse Musicals. Aber ich liebe Chess.

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Eine Antwort to “…but nobody’s rules are the same”

  1. […] damit dürfte ich dann zu meinem Ausflug in die Welt von Chess einen schönen Kontrapunkt gesetzt haben. Drehte sich wie gesagt nicht gleichzeitig, aber doch zur […]

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