Archiv für April, 2008

Schreib Dein Leben auf ein Stück Papier vs. Mir ist heute so gewaltsam

Posted in Backlist, Soundtrack of my life with tags , , , on April 28, 2008 by moz

Ich bin jetzt raus, jetzt steh ich hier,
das Wasser riecht nach Gift
’n toter Vogel kommt vorbei und stirbt –
der Kellner spielt Klavier.
Wir sind die letzten von hundertzehn –
wir warten bis die Zeit vergeht.

Tausend Tage und Nächte auf See,
das Land kommt nie zurück.
’ne Menge Mädchen war’n dabei und lachen,
viel zu schön um zu gehn.
Wir war’n so hungrig, wir war’n so kalt,
wir wollten nie zurück,
und jetzt treiben wir uns rum auf dem toten Schiff
und warten bis die Zeit vergeht.

Déjà Vu – Déjà Vu – Déjà Vu

Der Rote Hugo hängt tot am Seil,
die Leiche stinkt nach Shit.
Wie’n weisser Engel, schön wie Schnee hängt er da
– eh,du tust dir noch weh!
War’n wilder Kerl mit feuchtem Blick,
doch der kommt nie zurück.
So schreib‘ dein Leben auf ein Stück Papier
und warte bis die Zeit vergeht.

Prägende Kindheitserinnerung: Déja Vu von Spliff. Ich hatte null Peilung, was der Text bedeuten sollte. Geisterschiff, Roter Hugo, Shit, weiß wie Schnee. Mhh. War aber auch total egal. Ich mochte das Lied einfach. Es krachte so schön und hatte außerdem was angenehm Mysteriös-Melancholisches. Mitternegger am Schlagzeug war für mich ein Held. Ich wollte auch Schlagzeug spielen, durfte aber nicht.

Aus derselben Zeit stammt (Komm, wir lassen uns) Erschießen von IDEAL.

Komm, wir lassen uns erschießen,
an der Mauer Hand in Hand.
Komm, wir lassen uns erschießen,
mit dem Kopf an der Wand.
Komm, wir lassen uns erschießen,
Sonntag morgens 5 vor 10.
Ich kann den Sonntag nicht ertragen,
und ich will keinen Montag sehn.

Langeweile killt nur langsam,
du wirst sehn, es tut uns gut,
mir ist heute so gewaltsam,
mir ist nach Schüssen heut zumut.

Komm, wir lassen uns erschießen,
zwei Schüsse mitten ins Gehirn.
Komm, wir lassen uns erschießen,
ich hab nichts zu verlier´n.
Komm, wir lassen uns erschießen,
Sonntag morgens 5 vor 10.
Ich kann den Sonntag nicht ertragen,
und ich will keinen Montag sehn.

Langeweile killt nur langsam,
du wirst sehn, es tut uns gut,
mir ist heute so gewaltsam,
mir ist nach Schüssen heut zumut.

Nach Schüssen, nach Schüssen…

Auch da war es mit meinen phi mal Daumen zehn Lenzen weniger der Text, der mich rockte. Meine ältere Teenagerschwester hatte Erschießen eine Zeit lang zu ihrem persönlichen Protestsong gegen alles Erwachsene erklärt. Ihr sagte der Text ganz offensichtlich schon deutlich mehr. Mir heute auch. apropos Schwestern: Erstaunlich, dass diese der beiden Humpes heutzutage jetzt so gequirlte Nabelschaukacke wie Ich + Ich fabriziert.

Euer Favorit? Déja Vu oder Erschießen? Vote!

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Klaus Walter auf byte.fm

Posted in Off Record with tags , , , , on April 27, 2008 by moz

Wie ich gestern Abend mit großer Freude lernte: Klaus Walter ist bei byte.fm zu hören! Den Hessen und/oder Musikfreunden ist Klaus Walter sicher noch bekannt. Legendär seine  Sendung Der Ball ist rund.

Klaus Walter präsentiert bei byte.fm unter anderem die Sendungen Freispiel und Was ist Musik.

Ode an die Smiths, Part 3

Posted in Backlist, Soundtrack of my life with tags , , , on April 23, 2008 by moz

Ich verliebe mich ja gerne mal in Liedzeilen:

I dreamt about you last night
and I fell out of bed twice
you can pin and mount me
like a butterfly

(zum ganzen Text)

heißt es im herrlich dreckigen Reel around the Fountain von The Smiths. Wir hatten es hier ja schon von talent borrows, genius steals und so weiter. So auch hier. Denn die ersten beiden hier angeführten Zeilen stammen aus A taste of honey (Shelagh Delaney). Der Song aus dem ersten Album der Smiths sorgte für jede Menge Ärger. Im Text, so argwöhnten einige Kritiker, thematisiere Morrissey Pädophilie unangemessen.

Ganz sicher geht es um Sex und so etwas wie sexuelles Erwachen. Das soll ja häufiger in der Jugend vorkommen, dass man da seinen ersten Sex oder sowas ähnliches hat. Und ebenso sicher gibt es in diesem Song eben eine unerfahrene, lustvoll sehnsüchtige (junge) Perspektive auf das erfahrene, den Ton angebende (ältere) Objekt der Begierde. Verführen und verführt werden liegen in den Bildern des Textes eng beieinander, ebenso, das „Davor“ und „Danach“. Dass Morrissey unter anderem aus A taste of honey zitiert, hat wohl nicht nur damit zu tun, dass er Shelagh Delaney so sehr verehrte. Im Theaterstück spielt Sex eine zentrale Rolle. Junges Mädchen, früher, nicht gesellschaftlich goutierter Sex mit einem Schwarzen, frühe Schwangerschaft… aber da wären wir schon beim nächsten Smiths-Song und der Liedzeile The dream has gone but the baby is real… dazu demnächst mehr.

Genug der Worthuberei: Ich finde diesen Song extrem sexy.

Here we go für die Hörprobe:

Die Fassung vom Album The Smiths

Reel around the Fountain live

Es gibt natürlich noch die Fassung aus der Peel-Session (Hatful of Hollow). Habe ich als Hörprobe jetzt nicht gefunden, ist aber sehr schön.

P.S.: Es gibt einen Musikblog mit dem Titel Reel around the Fountain

Girls in Hawaii

Posted in High Rotation with tags , , on April 23, 2008 by moz

Freunde des gepflegten melodischen Indiepops sollten ihr Ohr mal Girls in Hawaii leihen… machen Laune.

Klagelied auf O2, Part 2

Posted in Off Record with tags , , on April 20, 2008 by moz

Ich baue ja gerade eine innige Beziehung zu meinem Mobilfunk- und DSL-Dienstleister O2 auf. Die neuesten Ereignisse rund um meinen verzweifelten Versuch, nicht nur ab und an über Festnetz erreichbar zu sein, möchte ich Euch nicht entgehen lassen. Denn sie entbehren nicht einer gewissen Komik.

Was zuletzt geschah: Festnetz funzt seit Anfang April nicht, der eingeschaltete „Außendienst“ fand keinen Fehler (also ist nach deren Logik mein Festnetz auch nicht ausgefallen), nächster Mitarbeiter der Technikhotline wollte dann den Router austauschen lassen. Jener Herr N. versprach mir, den Paketdienst darüber zu informieren, dass ich nur bis 8:00 zum Austausch daheim bin. „Kein Problem.“

Am 15. und 16. überraschte mich jeweils die Benachrichtigung über einen misslungenen Zustellversuch in meinem Briefkasten. Denn aus unerfindlichen Gründen war ich um 9:00 und 10:00 einfach nicht da. Sowas aber auch… Dafür könnte ich aber meinen neuen Router im „Depot“ der GSL abholen. Mir stand der Sinn nicht danach, zu einem Depot am Rande der Stadt zu fahren. Ich verfiel stattdessen auf die wahnwitzige Idee, über das Kontaktformular der 02-Website mal nett nachzufragen, ob man eine andere Lösung finden könnte?

Leider funktioniert das Kontaktformular aus „technischen Gründen „derzeit nicht. O2 arbeitet aber daran – jetzt schon seit vier Tagen. Vielleicht sollten sie mal jemanden fragen, der sich mit soetwas auskennt?

Na gut, dann rufe ich halt wieder die Technik-Hotline an. Ein Herr L. klärte mich darüber auf, dass 02 leider keinen Einfluss auf die Lieferzeiten des externen Paketdienstleisters habe. Er könne gar nicht verstehen, dass Herr N. mir dies zugesagt habe? Verschwörersich weihte mich Herr L. ein: „Wissen Sie, GSL, lässt sich da leider nicht in die Karten schauen.“ Der arme GSL-Großkunde O2 ist seinem Dienstleister offensichtlich hilflos ausgeliefert. Mein neuer Router könnte jetzt aber umgehend von GSL zurück geschickt werden an O2. Dann könnte man eine erneute Lieferung an eine Alternativadresse veranlassen. Gut, dann schleppe ich meinen alten Router eben mit ins Büro. An welchem Tag denn? „Ähh, das kann ich Ihnen nicht sagen. FALLS der Router morgen direkt an uns zurück kann und FALLS die erneute AUSLIEFERUNG gleich veranlasst wird, dann eventuell den Tag darauf?“ Aber vielleicht auch nicht. Denn wie gesagt: Der Paketdienstleister lässt sich da nicht in die Karten schauen. Aber er würde gerade mal versuchen, einen genaueren Termin herauszufinden. „Bitte bleiben Sie in der Leitung“ Ich blieb. Bis mich die Leitung rausschmiss.

Auf ein neues. Technik-Hotline angerufen, irgendwann aus Warteschleife an einen Mitarbeiter verbunden. „Ich bin gerade im Gespräch mit Herrn L. aus der Leitung geschmissen worden, wir mussten eigentlich nur noch eine Terminfrage klären – können Sie mich irgendwie durchstellen?“ „Ich schau mal, was ich machen kann“ (……. ……. …..) „Hallo? ich probiere es noch mal“ (…. …. …) Dann eine mürrische Stimme, nicht Herr L, Berliner Akzent.: „Ja?“ „Ja, hallo. Ich sollte mit Herrn L. verbunden werden. Können Sie das?“ Mürrisch: „Nein, das kann ich nicht. Ich bin an meinen Platz gebunden.“ An seinen Platz gebunden. Ich: „Ach, wissen Sie was? Lecken Sie mich doch am Arsch.“

Danke an O2: Ich weiß jetzt, es macht wirklich Sinn, dass Gott oder wer oder was auch immer nicht wollte, dass der Mensch allein bleibe. Denn geteilter DSL-Anschluss wäre halbes Leid. Und ich gäbe derzeit echt was dafür, sagen zu können: „Probierst Du es morgen noch mal bei der O2-Hotline? Du weißt schon, der Router.. .“

Passend: Pick up the phone, Notwist

… für den kleinen Hunger zwischendurch

Posted in Off Record with tags , on April 19, 2008 by moz

Man kennt diese Tage: Nichts im Plattenschrank schreit spontan „Spiel mich, spiel mich! Hör mich, hör mich!“ Dann ist byte.fm eine nette Abwechslung. Ich kenne nicht alle Programmschienen, aber bisher fand ich es meistens sehr interessant und informativ.

…and Michael, the time is now

Posted in Off Record with tags , , on April 16, 2008 by moz

„Michael. Dear Michael. Of course it’s you, who else could they send, who else could be trusted? I… I know it’s a long way and you’re ready to go to work… all I’m saying is just wait, just… just wait and please just hear me out because this is not an episode, relapse, fuck-up, it’s… I’m begging you Michael. I’m begging you. Try to make believe this is not just madness because this is not just madness. Two weeks ago I came out of the building ok, I’m running across 6th avenue there’s a car waiting, I’ve got exactly 38 minutes to get to the airport and I’m dictating. There’s this panicked associate sprinting along beside me, scribbling in a notepad, and suddenly she starts screaming, and I realize we’re standing in the middle of the street, the light’s changed, there’s this wall of traffic, serious traffic speeding towards us, and I… I freeze, I can’t move, and I’m suddenly consumed with the overwhelming sensation that I’m covered in some sort of film. It’s in my hair, my face… it’s like a glaze… a coating, and… at first I thought, oh my god, I know what this is, this is some sort of amniotic – embryonic – fluid. I’m drenched in afterbirth, I’ve breached the chrysalis, I’ve been reborn. But then the traffic, the stampede, the cars, the trucks, the horns, the screaming and I’m thinking no-no-no, reset, this is not rebirth, this is some kind of giddy illusion of renewal that happens in the final moment before death. And then I realize no-no-no, this is completely wrong because I look back at the building and I had the most stunning moment of clarity. I… I… I realized Michael, that I had emerged not from the doors of Kenner, Bach, and Odeen, not through the portals of our vast and powerful law firm, but from the asshole of an organism who’s sole function is to excrete the… the… the poison, the ammo, the defoliant necessary for other, larger, more powerful organisms to destroy the miracle of humanity. And that I had been coated in this patina of shit for the best part of my life. The stench of it and the sting of it would in all likelihood take the rest of my life to undue. And you know what I did? I took a deep cleansing breath and I put that notion aside. I tabled it. I said to myself as clear as this may be, as potent a feeling as this is, as true a thing as I believe I witnessed today, it must wait. It must stand the test of time, and Michael, the time is now.“

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