Umarmt die eigene Mittelmäßigkeit!

Ich habe mir gestern die Verfilmung von Revolutionary Road (Richard Yates) angesehen. Es ist nicht unbedingt angenehm, zwei Menschen dabei zuzuschauen, wie sie sich an der Erkenntnis abarbeiten, nicht anders zu sein als Millionen andere Menschen auch. Denn das wirft einen ja unweigerlich zurück auf die Frage, welche Strategien der Selbstverarsche man in diesem Punkt eigentlich selbst so fährt.

In der SZ-Printkritik von Christopher Schmidt zur Verfilmung und zur Romanvorlage steht folgender Satz, der mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht:

„Im Roman arbeitet Yates heraus, dass die Auflehnung gegen das enteignete Leben selbst Teil der Entfremdung ist, weil Suburbia auch noch die Formen der Rebellion prägt. Diese Verkennung, dass in der Ironisierung der eigenen Lebensform genau der Grund liegt, weshalb diese Lebensform so stark ist, macht die wahre Lebenslüge aus.“

Darüber kann man schon mal ein wenig nachdenken.

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Eine Antwort to “Umarmt die eigene Mittelmäßigkeit!”

  1. Das, was Du anreißt hat mich auch sehr nachdenklich gemacht. Du legst den Finger in die Wunden des Schwarzschafismus, W., und wie immer schonungslos.
    Gerade jetzt, da der 44. Präsident der USA im Amt ist, stellt sich die bange Frage: Was bleibt vom Schwarzschafismus? Wie geht er strategisch damit um?
    Die Antwort kann wohl leider nur heißen, auf Konsistenz, Logik und Transparenz zu verzichten. Du nennst es „Selbsverarsche“. Aber das ist gar nicht zwingend vonnöten. Es reicht, andere zu täuschen.

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