Archiv für Februar, 2009

Telepathe im Telegrammstil

Posted in High Rotation with tags , on Februar 17, 2009 by moz

Telepathe im Telegrammstil:

Brooklyn, David Sitek, Erinnerungen an das eine oder andere Postpunkprojekt. Hat was, wird aber sicher nicht jedermanns Cup of Tea sein. Kommt bestimmt morgens um acht im leer werdenden Club um die Ecke auf volle Lautstärke ganz gut. Bitte Jugend vor zum Test in der Morgenstunde, auch wenn das Album Dance Mother heißt!

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Dark was the night, aber das Album strahlt

Posted in High Rotation with tags , , , on Februar 16, 2009 by moz

Wo wir bei The National waren, muss ich gleich mal sagen „Shame on me!“:  Meine sehr musikbewanderte und geschmackssichere Kollegin A. hat mich schon vor Minimum zwei Wochen auf das Erscheinen der  Hammercompilation des noch jungen Jahres hingewiesen: Dark was the Night versammelt auf  zwei CDs wirklich derart viele hochtolle Künstler, dass man gar nicht weiß, wo anfangen und aufhören mit dem Aufzählen. Ich nenne nur Bon Iver, Grizzly Bear, Arcade Fire, Yo La Tengo, The New Pornographers, Andrew Bird, Sufjan Stevens, Feist und so weiter und so fort.

Unter darkwasthenight.com kann man in einzelne Songs des Tages reinhören und außerdem erfahren, dass das Album natürlich wieder die Red Hot Organization im Kampf gegen HIV und Aids und dessen Folgen unterstützt. Aaron und Bryce Dessner von The National haben die Künstler zusammengetrommelt und das Album betreut.

Es lohnt sich!

The National: Neues Material

Posted in High Rotation with tags , , on Februar 15, 2009 by moz

Stereogum berichtet, dass The National auf ihren Konzerten derzeit den einen oder anderen unbekannten/neuen Song einbauen, mehr dazu hier.

Wer lieber direkt zu den Songs möchte:

Wake up your Saints

Karamazov

I’m gonna lift you to upper ground, a great location

Posted in Soundtrack of my life with tags , , , on Februar 15, 2009 by moz

Folks,  während gestern einige der weltbesten Kletterer (Fischhuber, Lama, Eiter, Stöhr, Bindhammer) in jener Wand traumwandlerisch eine 10- hochwandelten (und einige, ach alle unserer Lokalmatadoren ganz schön gut aussahen in den Routen!), wo ich mich sonst die 5+ allenfalls hochquäle, wummerte es munter aus den Boxen. Alles fein uptempo.

Anna Stöhr in Berlin

Anna Stöhr fragt sich gerade, wie sie jetzt am elegantesten quert

Ich habe gemütlich auf dem Rücken gelegen, fasziniert in die Decke gestarrt und richtig schwitzige Hände gekriegt vom Mitfiebern. Einfach awesome, was die Damen und Herren gezeigt haben!

Andreas Bindhammer legt sich ins Zeug

Andreas Bindhammer legt sich ins Zeug

Am Nachmittag, beim normalen Kreti und Pletiklettern, lief noch in der Endlosschleife Cafe del Mar. Das sediert ungemein. Und so bin ich dann auch geklettert. Ohne Biss. Dämmerdämmer, ohne Konzentration und den nötigen Drive. Eben Blubblubblub. Zu langsam und gleichförmig darf die Musik also nicht sein. Neulich bin ich allerdings einmal fast von der Wand gefallen, weil der Morrissey-Song, den ich  munter ganz nebenbei mitträllerte, krck, mittendrin abgewürgt wurde. Da war es aus mit dem Flow. Zu viel Aufmerksamkeit sollte die Musik demnach auch nicht aus meinem Hirn nach sonstwo ziehen. Was ganz gut geht:  Queens of the Stone Age. Die treiben mich immer die Wand hoch. Absolutes No Go: Jazz jeder Spielart.

Meine Wunschliste für den nächsten Klettertag in der Halle:

Bloc Party, Banquet

Queens of the Stone Age, No one knows

Red Hot Chili Peppers, Give it away

Metallica, Enter Sandman

Chemical Brothers, Galvanize

The Streets, Fit but you know it

Elastica, Stutter

Interpol, Evil

Editors, Munich

Elektrons, Get Up

Gang of Four, Damaged Goods

Goose,  British Mode

Da könnte was gehen. „Karrenweg“ und „Olli Kahn“, ich komme!!

Momus vs. Amanda

Posted in Backlist, Cover me, Soundtrack of my life with tags , , on Februar 11, 2009 by moz

Es steht wieder das Duell Original vs. Cover an, diesmal Momus vs. Amanda. Amanda Palmer ist hier ja schon mit den Dresden Dolls und vor kurzem ihrem Soloalbum erwähnt worden. Bleibt beim einen oder anderen die Frage: „Who the fuck ist Momus?“ Nun, Momus ist nach Selbstbeschreibung „a furtive, crepuscular art-rudeboy“. Das trifft es recht gut.

Momus bin ich Mitte der 90iger das erste mal begegnet. Ein befreundeter Musikus did fancy me a bit. Das Resultat waren etliche Mixtapes, für die ich ihm noch heute dankbarst bin. Sie haben meinen Musikhorizont entscheidend erweitert und mir manche Perle beschert. Die Tapes waren mit sehr viel Wissen um das Referenzsystem Musik erstellt. Auf jeden Fall fanden sich auf jeder Kassette immer wieder mir bis dato vollkommen unbekannte  Interpreten und Songs.

Unter dieser Schar befand sich ein Künstler namens Momus. Die zwei drei ausgewählten Songs gefielen mir sehr, ich kaufte mir das eine oder andere Album. Und schnell war klar:  Das ist einer dieser genialen Weirdos, von dem man nicht alles und nicht immer erträgt, aber man liebt einzelne Songs sehr.  Einer meiner absoluten Lieblinge ist I want you but I don’t need you.  Der Text ist göttlich. Eigentlich ist es gar nicht so verwunderlich, dass sich Amanda Palmer dieses sprachlich gleichermaßen verschachtelten wie klaren Liebesliedes angenommen hat. Ihre Interpretation hier frisch aus dem Dezember 2008 bei einem Auftritt in Chicago. I like that version, too. Ein wenig beängstigend ist nur, wie die Amis giggeln und ausflippen, wenn die Worte „lick“ und „fuck“ fallen.

Only stone and steel accept my love

Posted in High Rotation with tags , , on Februar 9, 2009 by moz

Aus alter Verbundenheit kann ich nicht umhin, auf die neue Single (und das kommende Album) von Morrissey hinzuweisen:

I’m throwing my arms around Paris zeigt an, dass musikalisch und thematisch wohl keine wirklichen Überraschungen auf dem neuen Album Years of Refusal zu erwarten sind. Wäre aber ok, wenn die restlichen Dinger auf der Platte dabei auch so schwoof rüberkommen.

Die Sichtung des aktuellen Videos hat es mir noch einmal schonungslos unter die Nase gerieben: The real MOZ ist alt geworden. Was sagt mir das über mich, wenn der knackige Held meiner Jugend bereits die 50 heftig umarmt?

Apropos alt, die erste Single ist auch schon nicht mehr so ganz taufrisch: MOZ hat seine Arme schon auf der Tour 07 um Paris geworfen. Insgesamt sind die Songs ja auch Ende 2007 eingespielt worden, die MOZ- Cracks unter den Lesern mögen mich korrigieren.

Und oben drauf noch ein paar Kritiken zum Album:

Guardian

Intro

Spiegel

Spex

Sucht Euch Euren Favoriten aus.

Lektionen fürs Leben: Auswärts

Posted in Off Record with tags , , on Februar 8, 2009 by moz

Ein kurzer Seitensprung zu meiner zweiten ersten großen Liebe neben der Musik. Ab und an fragen mich Menschen:  „Sag mal, warum tust Du Dir das an, Samstags zehn Stunden im  Zug durch die Republik zu gondeln, um 90 Minuten Fußball im Gästeblock zu verbringen?“ Abgesehen von der schieren Tatsache, dass ich aus mir unerfindlichen Gründen dieses Spiel nun mal liebe und es einen himmelweiten Unterschied zwischen 90 Minuten Fußball auf  Premiere und 90 Minuten Fußball in den Blöcken E, G oder F dieser Republik gibt, hier noch eine weitere Antwort: Auswärtsfahren bildet und erweitert den Horizont. Man lernt immer wieder Neues kennen, Lektionen fürs Leben, gestern zum Beispiel…

Die Tram in in Karlsruhe hat kleine Tischchen für die Fahrgäste. Vermutlich sind die Karlsruher extrem bibliophil, möchten ihre dicken Wälzer nirgends missen und im Nahverkehr („Tarifwabe 300“, oder so) dann gemütlich platzieren können. Die Fahrten dauern hier von Tarifwabe zu Tarifwabe sicher lang.

die Tram in Karlsruhe

Leserfreundlich: die Tram in Karlsruhe

Im Schloss zu Karlsruhe läuft derzeit die Ausstellung „Zeit der Helden – die dunklen Jahrhunderte Griechenlands 1200 bis 700 v. Chr.“. Hätte ich die lieber zwischen 15:30 und 17:15 Uhr besuchen sollen?

In Karlsruhe scheint man davon auszugehen, dass Frauen Samstags sonstwo aber nicht im Wildparkstadion sind. Zumindest im Gästebereich kommt auf zehn moderne Herrentoiletten eine Damentoilette dieser Art:

Moderner und vor allem sauberer als im Wildparkstadion sieht man WCs selten...

Moderner und vor allem sauberer als im Wildparkstadion sieht man WCs selten...

Ich vermute, die Damentoiletten im KSC-Bereich sehen besser aus. Die Badener sind Füchse und schrecken den Gegner ab, wo es nur eben geht…

... weitere liebevolle Details der Kabinengestaltung habe ich lieber nicht im Bild festgehalten

... weitere liebevolle Details der Kabinengestaltung habe ich lieber nicht im Bild festgehalten

Weitere Lektion des Lebens im Karlsruher Wildparkstadion: Kein Ausschank von Alkohol im Gästebereich, also auch kein Rothaus Tannenzäpfle für mich. Witzig allerdings:  Rothaus Tannenzäpfle gibt’s in den anderen Blöcken käuflich zu erwerben, der KSC-Fan darf trinken, so viel er mag. Da hat eine Region schon mal ein vernünftiges Bier im Stadion zu bieten und dann das;  eine Thekenkraft aus Stuttgart (!) schenkt Clausthaler aus. Mir egal, Zäpfle kann man ja auch in Berlin trinken, mache ich jetzt aber NIEEEEEE wieder, ätsch.

Weitere Lektionen des Tages rund um die 90 Minuten in Kürze:

Der HSV spart, wo er kann: Manch Vorstandsmitglied mit Supportersnähe fährt gemütlich mit dem Zug und nutzt die Stunden für den Plausch mit der Basis. Kleiner Tip: Bernd H., Katja K. oder Didi B. waren es nicht.

Die Bereitschaftspolizei gönnt sich im Bistrowagen auch gerne mal ein Bier, erklärt dabei bereitwillig Details der eigenen Ausrüstung vom Schienenbeinschoner bis zum Schlagstock, philosophiert über Einsätze beim Fußball und die Sinnhaftigkeit der internen Einsatzpläne.

Wenn man drei Stunden lang im Regen steht, wird man ziemlich nass. Dann sieht man danach aus wie ein begossener Pudel. Und fühlt sich auch so.

Einer von rund 4.500 Hamburger Pudeln, verloren und verzweifelt im Karlsruher Regen stehen gelassen

Zwei von rund 4.500 Hamburger Pudeln, verloren und verzweifelt im Karlsruher Regen stehen gelassen

Und die tollste Lektion: Fußball sucks. Aber ehrlich, das wusste ich schon. Ich vergesse es nur immer wieder, dass ich es schon weiß. Und dann fahre ich eben wieder auswärts mit dem HSV und schon erinnere ich mich: Mensch, da war doch was… genau, Fußball sucks.

Und zum Abschluss noch mal die Frage: „Warum tust Du Dir das eigentlich an?“  Weil ich so schnell vergesse und verzeihe. Anders kann ich mir das nicht erklären.

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