Archiv für März, 2009

My Dad’s Best Mate: G.F. Händel

Posted in Backlist, High Rotation, Soundtrack of my life with tags , , on März 31, 2009 by moz

Der Messias ist back, zumindest in musikalischer Form: Bei mir „händelt“ es nach Jahren der Pause  in der vorösterlichen Zeit plötzlich wieder. Strange things occur.

Strange things occur: Frühling im Tiergarten

Strange things occur II: Frühling im Tiergarten

Als Kind habe ich jeden Sonntag am Frühstückstisch gerne Händel gehört, ab und an Mozart oder Vivaldi. Meist servierte mein Vater als DJ Konzertantes, aus gegebenem Anlass mal ein Oratorium, fast nie Opern. Ich habe diese Art der klassischen Beschallung damals durchaus geliebt. Händel war ok. Mit der Zeit ging er mir aber ein bisserl auf den Keks. Alles bei Händel war, in meiner kindlichen Wahrnehmung, immer so leicht, so tuffig und vor allem so ordentlich aufgebaut, Gott, das nervte irgendwann. Hallo Chaos? Hallo Ärger? Bonjour Tristesse? Vielleicht war es auch dem grundsätzlichen Widerstand gegen alles geschuldet, was da von den Erziehungsberechtigten kam: Ich hielt dem Barock später als Teenager wacker Mahler, Bruckner, Beethoven und Brahms entgegen und meinem Vater musikalische Oberflächlichkeit vor. Die konnten mich mal mit ihrer ordentlichen Heiterkeit. Und überhaupt: War Händel nicht einfach ein Massenkomponist, der für Kohle ein Ding nach dem anderen rausgeknallt hatte? Pff. No more Feuerwerksmusik!!! Sollten den doch die Engländer abfeiern. Rondo sucks!!

Schöne Dinge II: Nach ihrer eigenen Ordnung

Schöne Dinge II: Nach ihrer eigenen Ordnung

Jetzt habe ich die letzten Tage Händels Messias wiederentdeckt. Wohlgeordnet durchaus. Aber bei aller Leichtigkeit eben doch nicht oberflächlich. Vielleicht habe ich derzeit schlicht einen besonders ausgeprägten Sinn nach Ordnung gebenden, ausbalancierten, schönen, rundum gelungenen Dingen. Sei es wie es sei: Bis Ostern darf Händel bleiben. Danke, Paps!! Besser, der Händel ist hängen geblieben als Nana Mouskouri… .

Warum, iTunes, warum?

Posted in High Rotation with tags , on März 26, 2009 by moz

Ärgerlich:  Die EP Self Taught Learner von Lissy Trullie ist als Download nur im US-Shop von  iTunes erhältlich. Und bei dem darf ich ja als Bundesbürger nicht einkaufen. Saublödes System, das!

Yes?

Posted in High Rotation with tags , on März 25, 2009 by moz

Es ist schon lustig bis erstaunlich, was den Plattenkritikern vor allem in den Feuilletons so alles angesichts des neuen Albums der Pet Shop Boys aus der Feder geflossen ist.

Nach etlichen Hördurchgängen nun mein kurzes Statement: Liebhaber und Sympathisanten der Pet Shop Boys werden sicher nicht enttäuscht sein. Yes reiht sich stilistisch zwischen Behaviour und Very ein. Sie waren schon uninspirierter. Mir ist der Einsatz der Backing Vocals teilweise überstrapaziert, aber bitte.

Neben Love etc. sind vor allem All over the World, Did you see me coming und Pandemonium die typischen massentauglichen Singles. Beautiful People und The Way it used to be klingen ein wenig wie Electronic, King of Rome oder Vulnerable könnten so direkt auch aus der Zeit von Behaviour stammen.

Die Texte reichen für mich nur in sehr seltenen Ausnahmen an jene der frühen Alben heran. Der Tiefpunkt: „I’m here. You’re there. Come closer. Tonight I’m lonely.“ Puhh. Das wird auch nicht besser, nur weil es aus dem Mund von Neil Tennant kommt.

I’d like to take you to a place I know

Posted in High Rotation with tags , , , on März 24, 2009 by moz

Gerade erst entdeckt: Polly Jean ist wieder in Kollaboration mit John Parish da, produziert wohl von Flood. Blackhearted Love, die erste Single aus dem Album A woman a man walked by (hier bei stereogum) macht Hoffnung auf ein kraftvolles, kantiges, stimmgewaltiges Album. Pollys  Klavierausflug White Chalk war ja für meinen Geschmack doch arg blutleer.

Das Album erscheint am 27. März.

Help stamp out loneliness, auch in HH

Posted in High Rotation on März 21, 2009 by moz

Musikinteressierte Hamburger aufgepasst: Am 27.03. spielt Help Stamp Out Loneliness im Nachtasyl/ Thalia Theater.

Ich komme noch nicht drauf, an wen mich die Sängerin insbesondere in den tieferen der tiefen Lagen erinnert (any hints, werte Leserschaft?). Insgesamt ist das nett unterkühlter Pop from Manchester. Vielleicht fehlt der letzte Kniff, dieser letzte catchy tune. Aber es gefällt. Ich empfehle Record Shop und Cellophane zum Reinhören.

Diese kleine Grille…

Posted in Off Record with tags , on März 20, 2009 by moz

im feinen Blog von Pleitegeiger möchte ich meinen Leserinnen und Lesern wärmstens ans Herz legen:

Es geht, oberflächlich betrachtet, um Borstenwürmer… Viel Spaß!

Ohh Cecilia!

Posted in Backlist, Off Record with tags , on März 19, 2009 by moz

Aus traurigem aktuellem Anlass a tribute to Cecilia aka Bernadette: Cecilia von Simon and Garfunkel.

Farewell, tapferer Hamster! Die Hartz IV-Runde will miss you!

Everyone I know is losing their minds: Voxtrot is/are back

Posted in High Rotation with tags , on März 19, 2009 by moz

Der gute alte 80ies-Synthie-Wave-fette-Drums-Whatever-Sound scheint recht en vogue zu sein. Eine der logischen Reaktionen auf den ganzen Hauptsache-es-klingt-nach-akustischer-Gitarre-und-ist-handgemacht-im-eigenen-Blockhaus-Trend der letzten Monate?

Voxtrot klangen sicher nie derart blockhauseinsamkeitsliedermacherdepressiv. Sie waren Anno 2004 selbst noch sehr gitarenpoppig. Remember die EP Raised by Wolves? Zur Erinnerung noch einmal als Anspieltipp The start of something.

Voxtrot heute klingt doch deutlich anders: Der Song Trepanation Party bietet Düsterpiano, treibende TomToms, Synthiewhispern. Ich kann als Kind der 80ies sicher damit leben, das ist gut produziert und klingt gefällig, mehr aber auch nicht. Wie schon bei The Pains of being pure at Heart oder den Crocodiles stellt sich die Frage nach der eigenen musikalischen Identität inmitten des ganzen Zitats.

Fällt das schon unter Fremdgehen?

Posted in Off Record with tags , , on März 18, 2009 by moz

Ich bin passionierter Fußballfan, lebenslang dem HSV verfallen. In guten wie in schlechten Zeiten. Ich bin eine treue Seele. Aber Eishockey ist bekanntlich kein Fußball. Und im Eishockey habe ich in den letzten Jahren eine Zuneigung zu den Eisbären aus Berlin entwickelt, ehemals der SC Dynamo Berlin. Ja, die Eisbären sind erfolgreich. Aber das ist nicht der Grund, warum ich immer wieder gerne zu ihren Spielen gehe. Ich mag Eishockey generell sehr gerne und ich mag vor allem den Enthusiasmus der Fans und ihre Identifikation mit dem Verein. Die Eisbären sind immer noch ein Stück Ostberlin. Und das ist gut so. Außerdem verabscheuen die Fans die Hertha. Und das ist sogar noch besser.

Zum Glück hat sich einiges von der tollen Stimmung des Welli in die Multifunktions-Arena am Ostbahnhof gerettet. Natürlich kann man fragen, ob die Arena auch dann nahezu ausverkauft wäre, wenn der EHC mal eine gewisse Zeit im Mittelmaß versinken würde. Ich denke aber, dass das Potenzial der echten Fans der Eisbären schon immer schlicht größer war, als es Plätze im Welli hatte.

Clash of Cultures: "Dynamo, Dynamo!" in der "O2-World"

Clash of Cultures: "Dynamo, Dynamo!" in der "O2-World"

Gestern im Playoff-Viertelfinale stand das dritte Spiel gegen die Freezers aus Hamburg an. Die Freezers sind für mich weder Hamburg noch sonstwas. Sehr treffend fand ich den Gesang der Eisbären-Fans: „Auch in Hamburg kennt Euch keine Sau.“ So ist es. In der Hamburger Heimarena der Freezers verlieren sich während der Playoffs gerade mal an die 7.000 Zuschauer im weiten Rund. Tja, Platz für mehr wäre ja… . Ich habe ein 7:2 getippt und so kam es dann auch. Mr. Dynamo, ein echter Kenner des Sports, und ich hatten beste Plätze und viel Spaß.

Bully vor meiner Nase

Bully vor meiner Nase

Etwas komisch war es allerdings schon, in der Supporters-Jacke des HSV dazustehen. Und das  „Hamburger Arschlöcher“ hat mich doch schon sehr böse werden lassen. Denn wie gesagt: Die Freezers sind nicht Hamburg. Sie sind ein Witz.

Einen kleinen Eindruck von den Eisbären gewinnt man hier.

California uber alles

Posted in High Rotation with tags , , on März 16, 2009 by moz

California uber alles, könnte man meinen: San Diego ist derzeit offensichtlich so etwas wie das Epizentrum des jungen musikalischen Hipstertums. Über die Crocodiles habe ich ja schon geschrieben, heute geht‘ s um Nathan Williams, der unter dem Pseudonym Wavves munter vor sich hin schrammel-punkt. Low-Fi ist das Gebot der Stunde. Und ein doppeltes „vv“ gehört wohl dieseits wie jenseitrs des Atlantiks auch zum guten Ton.

Anyway, mir kommt Schrammeliges, Fiependes, Schnelles, Bratziges gerade mental überaus entgegen. Die musikalische Halbwertzeit verorte ich für mich persönlich aber nicht sehr hoch. Naja, andererseits gibt es ja sicher eine Menge junger Musikeleven, die Low-Fi-Punk von der Westküste der USA bisher nur vom Hörensagen kennen. Ihnen viel Spaß!

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