Archiv für April, 2009

Hoffnung für die EU!!

Posted in Off Record with tags , on April 29, 2009 by moz

Gelobt seist Du, oh Handy-Kamera, die Du mich die unglaublichsten Dinge gleich im Bild festhalten lässt:

Es besteht Hoffnung für die EU!

Es besteht Hoffnung für die EU!

Wir haben uns gestern gleich ausgemalt, wie die Aufstellung aussehen könnte: Andere Staaten bzw. ihre Staatsmänner und -frauen, darunter natürlich auch Beitrittskandidaten, übernehmen am besten die Rollen. Indien spielt UK, Panama gibt Italien, Kroatien muss sich mal in die deutsche Vermittlerseele einfühlen und Serbien umarmen, da das sich in Frankreich einfühlt. Und so weiter und so fort. Hey, das da noch keiner drauf gekommen ist!!

Ich sehe schon Indien/GB betont lässig und gelangweilt mit einer Teetasse in der Hand abseits an einer Wand lehnen, während Kroatien/D und Serbien/F sich permanent in der Mitte des Räumes an den Händen halten…

Wer sich die Aufstellung anschauen will, findet hier weitere Infos.

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Sounds of the Universe and I

Posted in High Rotation with tags , on April 29, 2009 by moz

Nein, ich habe früher nicht zu jenen „Depechies“ gezählt, die zum Beispiel anlässlich der Veröffentlichung von Violator schon Stunden vor Ladenöffnung vor der Tür warteten, das übernahmen die Jungs aus meiner Klasse. So oder so gab es die nächsten Tage wilde Diskussionen um den Wert des Werks innerhalb des DM-Kosmos. Zur Erinnerung: Bei Violator gab es damals viele Stimmen, die den Einsatz von Gitarren als Affront empfanden und Personal Jesus als „zu rockig“. Heute gilt Violator vielen Fans (und Nichtfans) als DAS Album von Depeche Mode.

Nachdem ich mir anfang dieser Woche dann endlich auch mal Sounds of the Universe gekauft hatte, startete ich meine ganz persönliche High Rotation. Im großen und Ganzen bin ich recht unbelastet von der gängigen Rezensionsmaschinerie an Sounds of the Universe rangegangen. Bis auf die wenigen ersten persönlichen Eindrücke vom weltgrößten Depechie Mr. Schnakenbein, die er mir am Telefon nicht verschweigen wollte.

Jetzt habe ich das Album (und sonst mal keine andere Musik) etlichste Male in Gänze durchgehört. Zeit, den Sounds of the Universe (m)einen Platz im DM-Kosmos zuzuweisen.

Zunächst einmal gefallen mir insgesamt die liebevoll übereinandergeschichteten, Tiefe entwickelnden Sounds und Geräuschteppiche. Aber häufig sind diese schönen Teppiche dann eben doch leider nur Füllmaterial in durchschnittlichen und beliebigen Titeln (Little Soul, Come Back, Spacwalker, Jezebel, Peace) und in „ganz nah dran, aber es fehlt der letzte Tick für Klasse“-Titeln (Perfect, Hole to Feed, Fragile Tension). Wie gehabt sperren die Songs hier und da, anstatt sofort ins Ohr zu gehen, aber plötzlich hängt die Melodie dann doch vertraut im Ohr (In Chains, miles away/the truth is).

Es ist das gute Recht von Depeche Mode, kein Album voller neuer Mitklatschstadionwummen zu produzieren. Wenn ihnen nicht der Sinn danach steht, eine x-te Version von Personal Jesus oder Never let me down again rauszuhauen, fair enough. Kein Album von Depeche Mode war je derart einseitig ausgelegt. Ich persönlich hätte mir hier und da aber dennoch mal wieder mehr Lust am Tempo, mehr Biss, mehr Krachen lassen gewünscht, wie es die Single Wrong ja durchaus andeutete. Und: Tausend mal lieber höre ich mir von alten Alben noch mal Martin-Perlen wie It doesn’t matter, Little 15 oder Sometimes an als diese prätentiösen Plätscherdinger wie Little Soul oder Jezebel. Sorry, Martin, aber da ist spätestens seit Ultra eine ganz seltsame Tendenz vorhanden.

Fazit: Nicht der neue Meilenstein, den manche so erhofften und ersehnten. Aber auch keine totale Enttäuschung wie Ultra und für mich damals wie heute überwiegend Songs of Faith and Devotion. Sounds of the Universe reiht sich ganz unspektakulär neben Playing the Angel ein. Mir fehlt es an Bauch, Arsch und Herz. Es bleibt ein doch überschaubarer, sehr beliebiger und teilweise langweiliger Mikrokosmos.  Ich glaube kaum, dass einer der Songs je in der Rubrik „Soundtrack of my Life“ Erwähnung finden wird.

Meine Favoriten: In Sympathy, Wrong, Corrupt, In Chains

Liebster Liedtext: Wrong

Wir hyperventilieren die 80ies: Informers

Posted in Off Record, Soundtrack of my life with tags , , , on April 25, 2009 by moz

Times are so 80ies again. Folgerichtig kommt dieser Tage mit Informers ein Film in die Kinos, der auf einem gleichnamigen Kurzgeschichtenband von Bret Easton Ellis basiert, bekanntlich ja jener Dekade ungefähr so verhaftet wie Marin dank Pattex der Decke. Langsam müsste doch jedes Buch von ihm verfilmt sein. Naja, vielleicht ist es ja so: Erst wenn Ihr jedes Buch von Ellis verfilmt habt, werdet Ihr merken, dass sie alle ein und dieselbe Geschichte erzählen… Aber vielleicht merkt es ja auch im Kino keiner…

Mich hat Informers seinerzeit (erschien meiner Erinnerung nach roundabout 1994) sehr fasziniert. Ich mochte es zum einen, wie Ellis ein feines Netz der Referenzen zwischen den Kurzgeschichten untereinander aber wie immer auch zu früheren eigenen Büchern und deren Protagonisten wob. Ein Übriges tat der Vampirplot, da bin ich ja immer für zu haben. Und der kalte Blick auf die Ödnis reicher, verwöhnter LA-Upperclass-Youngsters hatte damals noch etwas Unverbrauchtes und Neues. Well, das kriegt man mit den Reality-Soaps a la The Hills heute vollkommen ironiefrei via TV nach Hause.

Wer dennoch einen Vorgeschmack auf Informers möchte, bitte. Für mich sieht es sehr blutleer aus. Die Liste der Schauspieler von Billy Bob Thornton via Kim Basinger und Mickey Rourke zu Winona Ryder (uups, still alive?) muss noch keinen guten Film machen. Die Neurosen Amerikas lasen sich seinerzeit glaub ich etwas besser als sie sich heute anschauen lassen. Einen superben, Perlen der Zeit präsentierenden  Soundtrack darf man auch nicht unbedingt erwarten. Die Protagonisten aus Ellis‘ weird Welt haben in der Regel einen recht mediokren (Musik)Geschmack, Bateman der Ältere hielt es ja zum Beispiel mit Huey Lewis… .

Dann doch lieber noch mal Sofia Coppolas unterschätzten Film über Marie-Antoinette schauen und sich an dem liebevollen Einsatz wirklich guter Musik der 80ies freuen, hier der damalige Trailer… göttlich.

In eigener Sache…

Posted in Soundtrack of my life with tags , , on April 23, 2009 by moz

Moz bittet, von Bemerkungen  wie „Oh, Mann, das Spiel gestern muss für Dich doch bestimmt sehr schlimm gewesen sein.“, „Ausgerechnet der Wiese.“ oder „Na, hoffentlich fangen sie sich jetzt am Samstag nicht gleich noch eine Niederlage bei Dortmund.“ abzusehen. Ebenso für den inneren Heilungsprozess abträglich sind Fragen wie „Und? Geht es einigermaßen?“, „Aber auf die gesamte Spieldauer war die Niederlage doch gerecht, nicht wahr? oder „Warum hat Jol denn Demel auf der einen Seite allein gelassen, da lief ja fast jeder Angriff drüber?“.

Denn musikalisch beschrieben bewegt sich meine Gemütslage bezüglich des HSV derzeit noch im Bereich von Nine Inch Nails March of The Pigs.

Immerhin kann ich jetzt nachfühlen, wie sich die Kroaten bei ihrem desaströsen Elfmeterschießen gegen die Türkei vorgekommen sind. Auf diese exklusive Innensicht hätte ich allerdings herzlich gerne verzichtet.

Amanda Palmer twittert und wettert gegen Roadrunner

Posted in Backstage with tags , , on April 21, 2009 by moz

Ich habe jüngst mit Freunden über die Zukunft der Musik(industrie) im Web 2.0-Zeitalter gesprochen, über die Vorteile und Nachteile für Künstler, über neue Möglichkeiten der Interaktion von Künstler und Rezipient, letztlich auch über die Frage der Zukunft oder Nichtzukunft von Labels.

Passend dazu nun die inzwischen auch schon wieder einige Tage alte Nachricht, dass Amanda Palmer auf Teufel komm raus ihr Label Roadrunner loswerden will und geradezu darum bettelt, gefeuert zu werden.

Interessant dabei ist weniger der Song, den sie dazu gemacht hat, sondern ihre Begründung der Bitte in einem offenen Brief: Sie wirft den zuständigen Managern von Roadrunner im Prinzip vor, die neuen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters nicht zu erkennen. Als Beispiel nennt sie ihren australischen Manager von Roadrunner, der Twitter nicht kenne und ihr gegenüber geäußert habe, dass das in Australien noch nicht so wichtig sei. Worauf Amanda dann wohl flugs per Twitter zum Livehappening aufgerufen hat, zu dem genügend Fans gekommen seien. Sie organisiert offensichtlich auch sehr erfolgreich Zusatzunterstützung durch Fans für ihre Projekte via Twitter und Mailinglisten.

Well, ich bin hier sehr zwiegespalten. Es mag ja sein, dass es Amanda Palmer nicht (mehr) passt bei einem Label zu sein, dass auch die Heimat von Slipknot, Megadeath oder Nickelback ist. Das ist durchaus verständlich. Und es mag auch sein, dass sie die Manager dort etwas zu lahmarschig findet, wenn es um die Nutzung neuer Kommunikationsmittel geht. Aber wahr ist doch auch: Für viele Künstler ist der Support eines Labels am Anfang der Karriere wichtig. Und er wird auch Amanda Palmer genützt haben. Twitter, myspace und Co. machen nicht Jeden oder Jede, egal wie talentiert, automatisch zum wahrgenommenen Künstler. Diese Kanäle mögen helfen, wenn man weiß, wie man sie einsetzt. Mit dem bereits erreichten Bekanntheitsgrad von Amanda Palmer, den sie sicher auch ihrem geschickt exhaltierten, immer mal wieder für eine kleine Überraschung guten, Auftreten verdankt, hat man sicher eine Ebene erreicht, von der aus man via Twitter und Co. in eine neue, selbstbestimmte Musikerexistenz aufbrechen kann. Ihr dann weiterhin viel Glück dabei.

Ach ja, hier twittert Amanda Palmer. Ob sie wohl auch ein Profil bei Facebook hat ;-)) ?

Cocker meets Albini

Posted in Backstage, High Rotation with tags , , , on April 19, 2009 by moz

Soundtüftler Steve Albini hat Alben von Bands wie Pixies (Surfer Rosa), Nirvana (In Utero) oder Wedding Present (Seamonster) im Tonstudio betreut. In der Regel geht es bei ihm also a wenk rockiger und noisier zu.

Nicht unbedingt naheliegend erscheint da die Zusammenarbeit mit Jarvis Cocker, wie vermeldet für dessen neues Album Further Complications (Rough Trade, VÖ 18. Mai). Da bin ich doch gespannt, ob dann alle Songs klanglich dem Appetizer Angela ähneln.

Die Revolution frisst ihre Väter…

Posted in Backstage with tags on April 16, 2009 by moz

sag ich jetzt mal in Abwandlung des geflügelten Wortes zum Ende des Labels Aggro Berlin. Ein Labeltod, der mir recht am A* vorbei geht. Tschö!!

Wobei die Revolution ja auch nie eine war, eigentlich ja eher der Aufstand im Kinderzimmer.

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