Ode an die Smiths: Part 9

Ich lehne die Verballhornung und Verhunzung noch so dumpfer Lieder zu Klingeltönen strikt ab. Das muss nicht sein. Aber ich gestehe: Noch in der Kreidezeit des Handys und lange vor jedweder Polyphonie schickte mir ein Freund aus England den Link zu einer Seite, die Songs von den Smiths als Klingeltöne anbot. Kostenlos, ohne Abo und überhaupt.

Ich konnte nicht widerstehen. Meine Wahl fiel schnell auf das wunderbare Girlfriend In A Coma. Fortan nutzte ich mein Mobiltelefon für einige Zeit als musikalischen Lackmustest.

Girlfriend In A Coma soll ja auf die Krebserkrankung einer guten Freundin Morrisseys anspielen, die Zeilen

There were times when I could
Have „murdered“ her
(But you know, I would hate
Anything to happen to her)

NO, I DON’T WANT TO SEE HER

[…]

There were times when I could
Have „strangled“ her
(But you know, I would hate
Anything to happen to her)
WOULD YOU PLEASE
LET ME SEE HER !

passten so oder so perfekt  zur damals finalen Trennung des kongenialen Duos Marr/Morrissey.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich schon mal auf Perrecy und dessen deutsche Interpretationen vieler Smith- und Morrisseysongs hingewiesen habe, hiermit sei Euch der holde Barde mit Meine Freundin liegt im Koma vorgestellt.

Übrigens: Die Spielfilmszenen im Originalvideo der Smiths stammen aus dem englischen Spielfilm The Leather Boys (1964). Der Plot dreht sich um eine Bikergruppe mit einem schwulen Mitglied. Man kann nicht gerade behaupten, dass Morrissey seine Anspielungen ungemein subversiv verpackt hätte… .

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