The Prince of Pop!

1984 muss es gewesen sein, als ich die Gelegenheit hatte, die für damalige Verhältnisse exorbitante Badewelt der Kurhessentherme in Kassel zu besuchen. In meinem Alter fand ich das damals natürlich riesig. Die Therme hatte auch einen kleinen Kinoraum. Wechselnd liefen Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten und Purple Rain. Von ersterem ist mir nur Danny De Vito in Erinnerung, von letzterem auch ein kleiner Mann, so eine Art lasziver Derwisch in Lila. Ok, die Begriffe lasziv und Derwisch kannte ich damals noch nicht. Also, dieser kleine farbige Mann mit Oberlippenflaum krachte da über die Bühne, dass mir Augen und Ohren übergingen. Im Film hieß er „Kid“. Sein wirklicher Name war Prince Rogers Nelson .

Die Handlung von Purple Rain kann man ja wirklich vernachlässigen. Aber die Songs des Films waren schlicht Wow! Dass dieser Typ namens Prince schon mehrere Alben (wie Dirty Mind, Controversy und 1999) gemacht hatte, wusste ich nicht. Dass Prince den Film Purple Rain selbst angeschoben hatte, war mir kleinem Dreikäsehoch natürlich auch ziemlich schnurz. Aber Prince haute in dem Film einen Burner nach dem anderen raus: I would Die 4 U, When Doves Cry, Baby I’m a star (hier zusammen mit I would Die 4 U) , Purple Rain (schwer Videos zu finden. Prince, der Kontrollfreak, beschäftigt ein Heer von Menschen, die gegen Copyrightverletzungen vorgehen). Was war das denn? Ich wollte das im Bäderkino dringend noch mal sehen, aber die anderen drängten zur Wasserutsche.

Die damaligen Songs von Prince waren perfekt, aber nie steril. Mein reines und beschränktes Schulenglisch inklusive meiner noch naiven Spätkinderseele reichte nicht immer aus, um zu verstehen, wie dreckig und recht eindeutig der gute Prince doch daher kam. Aber die Musik drumherum war sexy genug, um selbst mir den Inhalt  zu skizzieren. Kurze Zeit später kam noch Kiss (1986) dazu, ein Titel, den später noch nicht einmal Tom Jones wirklich versauen konnte. Prince als Person selbst blieb mir immer eine Spur too much, ähnlich wie Jacko. Aber Prince spielte immer wieder Songs ein, denen man nicht widerstehen konnte. Remember Sign O the Times? Einfach groß.

Das alles ist mir gestern Abend wieder eingefallen, als ich auf Arte die Doku Doctor Prince und Mister Jackson entdeckte (Achtung! Läuft noch mal im August!), eine chronologische Gegenüberstellung der beiden großen schwarzen Popantagonisten und -protagonisten der 80iger. Yepp, wir hatten damals nicht nur Jacko, wir hatten auch Prince. Wir hatten einen Battle of Black Pop. Mann, wir hatten es echt gut.

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