Archiv für Januar, 2010

Ist alles so schön bunt hier…

Posted in Off Record with tags , on Januar 29, 2010 by moz

Mit Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Und aus aktuellem Anlass werde ich mein alljährliches „No Booze ‚til Easter“ dieses Jahr noch um eine weitere Komponente erweitern:

„No Booze and no TV ‚til Easter“. Mein über 20 Jahre alter, treuer Blaupunkt-Fernseher, damals sauer per Ferienjob erarbeitet, hat endgültig das Zeitliche gesegnet. Produktzyklus übererfüllt, danke für die Begleitung  in diverse Länder, Städte und Lebensphasen. Also essig mit Ich glotz TV.

Natürlich könnte ich mir sofort eine dieser flachen Flundern ins Haus holen und fertig ist die Laube. Aber erstens ist bei mir die nächsten Wochen das Programm Sparkatz angesagt, bis ich meine Taschen wieder gefüllt habe, Geld rein, bevor Geld raus. Zweitens frage ich mich aber auch, wie sich das so im Selbstversuch anfühlt, wenn ich keinen Fernseher habe? Was fehlt wirklich? In welchen Situationen werde ich mich dabei ertappen, zur Fernbedienung zu greifen? Werde ich Entzugserscheinungen bekommen oder im April dann beschließen, gar keinen Fernseher mehr zu brauchen?

Ich bin ja ein VT-Junkie, schon lange vor dem Internet halfen mir die angenehm reduzierten Texttafeln dabei, meine latente Infosucht zu stillen. Ich kenne die Nummernsysteme aller relevanten Sender auswendig, wenn ich spätabends nach Hause komme, kann es passieren, dass ich den Fernseher anschalte, um noch einmal via 100,110,  200-202, 120, 430 und 150 „ganz kurz“ sicherzustellen, dass die Erde sich noch dreht, mir kein relevantes Sportereignis oder Promipaartrennungsgerücht entgangen ist. Schätze, das wird mir am meisten fehlen und mich Dino des Informationszeitalters dann nachts noch mal den Rechner hochfahren lassen.

TV-Programm? Öh, ja Fußball. Geht im Netz und in der Kneipe meines Vertrauens. Serien? Wilson, Cuddie und Greg sowie Christina, Bailey und Derek schaue ich ohnehin lieber zeitgleich mit den USA und im Original zu. Nachrichten?  Weiß nicht, wann ich das letzte mal die Tagesthemen komplett geschafft habe,wusste ja über VT, die gute alte Tageszeitung oder das gute neue Netz immer alles. Politsendungen? 45 Minuten Monitor oder Report aus Mainz machen mich regelmäßig sauwütend, na toll, das wird mir ja fehlen. Vermissen werde ich die eine oder andere Doku. Den Tatort am Sonntag hole ich mir im Kollektivsehen mit Freunden, macht eh mehr Spaß. War da sonst noch was? Tja, richtig, mein Fernseher als Bildgeber für den DVD-Player. Filme gibt es auf absehbare Zeit nur am Rechner.

Die nächsten acht Wochen werde ich immer mal posten, wie sich das Leben ohne TV so gestaltet und was mir letztlich mehr abgeht: Ein Glas Rotwein oder die Fernbedienung in der Hand? Wetten werden angenommen.

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Mark E. Smith, Hammer Horror And Playing The Donkey

Posted in Backstage, Soundtrack of my life with tags , on Januar 27, 2010 by moz

Wer Lust auf  bösartige, manchmal lustige, sich selbst und andere entlarvende, aufschlussreiche, selbstgefällige, aber wirklich nie unehrliche Einblicke und Rückblicke in die jüngere Musikgeschichte hat, dem lege ich Mark E. Smiths (unter der Mitarbeit von Austin Collings aufgezeichnetes) Renegade ans Herz.

Langweilig wird es wirklich nie, wenn Mr. Smith über alte Bandkollegen und Weggefährten vom Leder zieht, mit in sein Manchester der 60iger und 70iger nimmt, über dieses und jenes von Big Brother bis psychiatrische Klinikeinrichtungen philosophiert oder erklärt, warum er mit 15 lieber Acid nahm als Alkohol zu trinken.

In regelmäßigen Abständen werde ich hier immer mal mein aktuell liebstes Zitat posten.

Here we go:

It’s always the same with British bands in America: the whole work-and-play ethic turns them upside down; and then they crumble. The Yanks love it; they’re sick of all that Oasis shit – do you think the Gallaghers could get a job in an American group? They couldn’t even make it past New York! Have you noticed that about Oasis, they’re always trying to conquer America, but never make it past New Jersey!

P.S.: The Fall für Absolute Beginners hier

Synth Britannia Rule The Waves!

Posted in Backstage, Soundtrack of my life with tags , , on Januar 19, 2010 by moz

Eine weitere Musikdoku aus UK für alle Freunde der Post-Punk-Zeit: Synth Britannia lief letzten Herbst auf BBC 4 und ist nun auch bei youtube aufgetaucht. And yes, they’re all on board – Oakey, McCluskey, Clarke, Numan etc.

Viel Spaß beim Bildungsmusikfernsehen!

Death Valley Sleepers: Tiefenentspanntes aus Dänemark

Posted in High Rotation with tags on Januar 15, 2010 by moz

Über den dänischen Blog Hits In The Car gefunden: Death Valley Sleepers. Tobias Winbergs Musik erinnert angenehm an The Jesus and Mary Chain. Laid back. Turn Out The Light ist ein feiner Ohrwurm.
Mehr Links zu Downloads hier.

Von Factory Records zu Club ‚FAC251‘

Posted in Backstage with tags , , on Januar 12, 2010 by moz

Ex-Raver der ersten Stunde, kommst Du mal wieder nach Manchester, dann schau doch in der Princess Street vorbei. Dort eröffnet in den ehemaligen Büroräumen des legendären Labels Factory Records Ende Januar nämlich der Club FAC251.  Das meldet unter anderem NME. Seit 1993 waren in der Location diverse Clubs unter wechselnden Namen am Start – der Paradise Factory Club zum Beispiel. FAC 251 nennt sich der neue Club nach dem von Factory Records 1990 bezogenen Bürogebäude – im projektübergreifenden Katalognummersystem des Labels hatte das eben das Kürzel FAC 251 . Hacienda war übrigens FAC 61. Peter Hook soll beim Clubprojekt im Hintergrund mit an Bord sein.

Greul ohne Ende

Posted in Off Record with tags on Januar 11, 2010 by moz

Die Runde am Samstag war sich schnell einig: Das diesjährige Hausgreul zeichnete sich durch eine vergleichsweise Milde der untereinander ausgeknobelten Geschenkgreul aus. Vielleicht liegt es ja an den harten und kalten Zeiten drumherum, da will man sich nicht auch noch gegenseitig unnötig mit Hässlich hoch 10 belasten. Man rückt zusammen, lässt Rücksicht walten und wärmt sich an der gereichten Suppe. Das Ausmaß des diesjährigen Hausgreul-Idylls wird an der Statistik der gezahlten Unflätigkeitseuros klar: EINER. Gott, wir waren auch schon mal böser.

Die Hitliste der (milden) Abscheulichkeiten führt diesmal das Altglienicker Set aus übelriechenden Räucherstäbchen mit dazugehörigem Holzbehältnis an. Noch durch die Plastiktüte hindurch entfaltete dieses Greul einen Esoindienkischpatchouligestank der schlimmsten Sorte. Das Holzkistchen müsste man sicher 8 Jahre entlüften, bevor man es welcher Nutzung auch immer zuführen könnte. Und die Telefonzelle, in der es demnächst, wie sein Vorgänger Anno 2009, sicher landet, kann dann nach dem olfaktorischen Supergau auch endgültig  entsorgt werden.

Schweinerei, dieses Hausgreul!

Schweinerei, dieses Hausgreul!

Das Greul, welches an mir hängen blieb, ist zumindest geruchsneutral und handlich, dafür aber wirklich selten blöd. Das Bildbändchen Pretty in Pink – Warum Mädchen einfach mehr Spaß haben hat außer Teile des Titels leider überhaupt nichts mit dem damaligen  Film von John Hughes zu tun. Ein kleines, unschuldiges Schwein wird in schweineverachtender Manier in pinke Szenarien gepresst. Warum, bleibt unbeantwortet. Die blaue Altpapiertonne freut sich bestimmt schon ungemein auf diesen herzigen Farbtupfer.

Den Mondkalender gab es diesmal nicht im Pott, aus zuverlässiger Quelle verlautete aber, dass UNO-Girl ihn bald außerhalb der Greulrunde abgreifen darf. Glückwunsch.

Möge das Hausgreul 2011 wieder bitterer, böser und grauseliger ausfallen. Anträge zur Änderung des Würfelmodus werden ab heute angenommen.

SPEX mit „Pop Briefing“ statt Plattenrezension…

Posted in Backstage with tags , , , , on Januar 10, 2010 by moz

vermeldete das „Magazin für Popkultur“ jüngst, von D. Diederichsen mit einem utopischen Gegenmodell zu diesem Tod der Plattenkritik alter Bauart begreint.

Ich kann ohne die Plattenkritiken der SPEX schon lange gut leben. Was Diederichsen sich wünscht,

Autoren schreiben gut bezahlte, lange Texte, die nicht zum Erscheinen der Platte, des Buches, zur Einführung des Games oder zum Kinostart des Filmes erscheinen, sondern irgendwann, zu Beginn, in der Mitte oder am Ende eines Rezeptionszyklus intervenieren.

das finde ich fein, das findet aber vielleicht nicht mehr, fand vielleicht noch nie genügend Leserinnen und Leser. Oder irre ich da?

„Pop Briefing“ – Oh Mann, soweit isses schon gekommen.

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