Greul ohne Ende

Die Runde am Samstag war sich schnell einig: Das diesjährige Hausgreul zeichnete sich durch eine vergleichsweise Milde der untereinander ausgeknobelten Geschenkgreul aus. Vielleicht liegt es ja an den harten und kalten Zeiten drumherum, da will man sich nicht auch noch gegenseitig unnötig mit Hässlich hoch 10 belasten. Man rückt zusammen, lässt Rücksicht walten und wärmt sich an der gereichten Suppe. Das Ausmaß des diesjährigen Hausgreul-Idylls wird an der Statistik der gezahlten Unflätigkeitseuros klar: EINER. Gott, wir waren auch schon mal böser.

Die Hitliste der (milden) Abscheulichkeiten führt diesmal das Altglienicker Set aus übelriechenden Räucherstäbchen mit dazugehörigem Holzbehältnis an. Noch durch die Plastiktüte hindurch entfaltete dieses Greul einen Esoindienkischpatchouligestank der schlimmsten Sorte. Das Holzkistchen müsste man sicher 8 Jahre entlüften, bevor man es welcher Nutzung auch immer zuführen könnte. Und die Telefonzelle, in der es demnächst, wie sein Vorgänger Anno 2009, sicher landet, kann dann nach dem olfaktorischen Supergau auch endgültig  entsorgt werden.

Schweinerei, dieses Hausgreul!

Schweinerei, dieses Hausgreul!

Das Greul, welches an mir hängen blieb, ist zumindest geruchsneutral und handlich, dafür aber wirklich selten blöd. Das Bildbändchen Pretty in Pink – Warum Mädchen einfach mehr Spaß haben hat außer Teile des Titels leider überhaupt nichts mit dem damaligen  Film von John Hughes zu tun. Ein kleines, unschuldiges Schwein wird in schweineverachtender Manier in pinke Szenarien gepresst. Warum, bleibt unbeantwortet. Die blaue Altpapiertonne freut sich bestimmt schon ungemein auf diesen herzigen Farbtupfer.

Den Mondkalender gab es diesmal nicht im Pott, aus zuverlässiger Quelle verlautete aber, dass UNO-Girl ihn bald außerhalb der Greulrunde abgreifen darf. Glückwunsch.

Möge das Hausgreul 2011 wieder bitterer, böser und grauseliger ausfallen. Anträge zur Änderung des Würfelmodus werden ab heute angenommen.

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3 Antworten to “Greul ohne Ende”

  1. Ich habe eine Idee zur Verschärfung des Greuelwesens vorzuschlagen. Um die Harmlosigkeit der Runde wieder etwas abzusenken, könnte jedes Individuum ein Greuel beisteuern, und die Gastgeberin derer zweie. Vielleicht kommt dann auch wieder mehr Geld in die Kasse…

    • Psychobilly Says:

      … wenn die Gastgeberin zwei Greuel beisteuern kann, muss sie derer aber auch zwei erhalten!

      @Moz: Danke für den gelungenen Greuel-Abend und dass wir unsere riechende Scheußlichkeit loswerden durften.

  2. @Dooorie: Der Vorschlag ist super, allerdings gehn mir langsam die greulichsten Greule auch aus. Und da mein Vorsatz fürs neue Jahr ist, mehr wegzuwerfen, wirds vermutlich auch nicht besser.

    Ich finde das Ganze muss schlammschlachtiger ablaufen – der Kampf ums am wenigsten greulige Greul – dann klappts auch mit der Kasse. Mehr Action, pro Augenzahl irgendwie tauschen… Detaillierungen dann im nächsten Jahr 😉

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