Archiv für Mai, 2010

Life Goes On Long After The Thrill Of Living Has Gone

Posted in Backlist, Cover me, Soundtrack of my life with tags , , , , , on Mai 17, 2010 by moz

Manchmal brauche ich ja ein wenig länger: Als 1988 Fast Car von Tracy Chapman rauskam, fiel mir eine Menge an dem Song auf, nicht zuletzt der extrem intelligente Text über eine Runaway-Love in der Retrospektive.

Was mir aber entging, war die stupende Nähe des tragenden Gitarrenriffs in Fast Car zum Akkustikriff in John Cougar Mellencamps Klassiker Jack and Diane (1982). Achtung Schuppen von den Augen und Ohren:

Als Kind hat mich an Mellencamps Rocknummer vor allem die rhythmische Aufteilung fasziniert, außer Jack and Diane verstand ich vom Text eh nur Bahnhof  bzw. „oh yeah, life goes on.“

Ich bekam zum Beispiel nicht mit, dass die Refrainzeile komplett

Oh yeahh, life goes on long after the thrill of livin‘ has gone

lautet oder dass Mellencamp ironisch

Let the Bible Belt come and save my soul

schmettert.

Tracey Chapman hat es verstanden. Ihre musikalische Riff-Referenz zu Jack and Diane unterstreicht ihre textliche Nähe zu Mellencamp: Während die Teenager in Jack and Diane vom Abhauen vor allem zum Gewinn ihrer sexuelle Freiheit fantasieren, ist genau das in Fast Car – allerdings mehr als Flucht in eine erhoffte bessere soziale Zukunft – schon passiert.

you and I can both get jobs and finally see what it means to be living

Dummerweise gilt aber die Mellencampsche Devise „life goes on after the thrill of livin‘ has gone“. Die weibliche Stimme in Fast Car stellt fest, dass nach der Flucht vor der nächsten Flucht ist:

You got a fast car
I got a job that pays all our bills
you stay out drinking late at the bar
see more of your friends than you do of your kids
I’d always hoped for better
thought maybe together you and me find it
I got no plans I ain’t going nowhere
so take your fast car and keep on driving

Schlussendlich stellt sie ihren Lover vor die Wahl:

you gotta make a decision
leave tonight or live and die this way

Mellencamp hat es gewusst, Tracy Chapman erzählt es aus:

Life goes on long after the thrill of livin‘ has gone.

Face it.

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The Drums: Full Length

Posted in High Rotation with tags , , on Mai 13, 2010 by moz

Am 07. Juni erscheint das das Album Full Length. Meine Lieblingsband des letzten Winters kommt in Kürze auch für einige Gigs nach Deutschland. Nicht entgehen lassen!

Der Tim wieder

Posted in Off Record with tags , on Mai 9, 2010 by moz

„Ich werde um die Nummer 1 kämpfen, bis mir das Blut aus den Ohren kommt“,

hat Tim Wiese laut Bild gesagt.

Ja, da bitte ich doch drum!

Glee The World

Posted in Cover me, Off Record with tags , , , on Mai 6, 2010 by moz

Als mir ein Freund in London um meine Schwäche für Serien wissend jüngst Glee ans Herz legte, zuckte ich nur kurz mit den Schultern. Yo, hatte ich wohl schon gehört. Highschool, Glee-Club, funny, Emmy, ‚bit like Musical, critics love it and so on.

Moi MOZ: „The description didn’t get me so far.“ – Him: „Honestly, you should give it a try. It’s witty and there are some jokes that Americans might not get, but Europeans certainly do.“ Mhh, wir beließen es dann doch lieber bei ManCity-Aston Villa.

Back home und still ill mit einer bösen Erkältung hatte ich die letzten Folgen von House und Grey’s schneller inhaliert als mein Bronchoforton, sogar Bones musste Online dran glauben. Ich war krank, mein verschleimtes Hirn ließ kleine schwarze Buchstaben auf weißem Grund nicht zu und ich brauchte dringend Ablenkung. Also gab ich Glee eine Chance. „Why not?“ Und siehe da, ich zog mir die letzten fünf Folgen am Stück rein.

I’m gleed. Glee ist clever, campy und ironisch. Der „andere“ Blick auf die Hölle High-School mit ihren barbarischen Ausschlussregeln, ihren Normen, ihren Ins and Outs ist vor allem da herrlich böse, wo es vordergründig besonders „PC“ im Sinne von „eine High School, wie wir sie gerne hätten“ zugeht – wenn zum Beispiel die Dicken die Cheerleader stürmen und „I am Beautiful“ singen oder Jungs Madonna-Texte rezitierend ihr Verhalten gegenüber Mädchen reflektieren, höre ich die Produzenten und Drehbuchschreiber sehr laut lachen. Selbst wenn ich da irre und die Ebene gar nicht intendiert ist, bleibt Glee immer noch herzerfrischend unkonventionell – nicht nur für US-TV-Verhältnisse. Die Charaktere sind derart wunderbar aber mit Herz  überzeichnet und die Dialoge teilweise so gut, dass das Zuschauen extrem launig ist. Hinzu kommt, dass die Gesangsnummern in der Regel sehr gut in die Handlung integriert und choreografiert sind und Spaß machen, wie weiland Grease. Siehe zum Beispiel the evil Cheerleadercoach Sue Sylvester auf den Spuren von Madonna oder Hello Goodbye . Gute Unterhaltung!

P.S.: „Did you know that dolphins are just gay sharks?“

Sensual Harassment…

Posted in High Rotation with tags , , on Mai 4, 2010 by moz

ist schon ein feiner Bandname. Kommt dann demnächst auch Hope Crime? Oder gibt es die gar schon?

Das Trio aus New York geistert jedenfalls schon seit einigen Monaten durch diverse Blogs und Fanzines, zuletzt mit der Single Fever. Selbstzuschreibungen Marke „beat-driven psycho-pop“ gehören ja seit eh und je zum Geschäft dazu. Im Kern ist es guter alter Wave-Synthie-Sound, der hier und da clever mit Bass und Gitarre durchsetzt munter Musikzitate pflückend zwischen OMD, New Order, Human League und Konsorten hin und her wandelt. Es gibt aber weitaus misslungenere Versuche der musikalischen Aneignung, Verarbeitung und Weiterentwicklung jenes Sounds.

Wer mehr über Sensual Harassment wissen möchte, ist mit dem Interview von Jezebel Music ganz gut bedient.

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