Neue Rubrik „Guilty Pleasures“

Vielleicht hat  mich mein letzter Post zu Mark Ronson auf die Idee zur neuen Rubrik „Guilty Pleasures“ gebracht. Natürlich sind die ‚Peinlichkeiten‘ in Plattenschrank, CD-Regal und auf iTunes häufig auch ein Fall für die Abteilung ‚Soundtrack Of My Life‘. Aber ich finde, diese kleinen Gemmen des schlechten Geschmacks gehören eigens und mit Stolz ins rechte Licht gerückt. Und klar: Was dem einen schon guilty pleasure, ist dem anderen noch ein peinfreier Song. Moi MOZ kann also nur eine ganz persönliche Sicht auf eigene peinliche Liedgutleichen im Keller des schlechten Geschmacks geben, freut sich aber über jede Anregung und jede Confessio. Fühlt Euch hier so einsam wie im Beichtstuhl, liest eh kaum jemand. Per meiner Definition sollte man einer musikalischen guilty pleasure heimlich oder öffentlich auch heute noch was abgewinnen können. Also nicht mit sowas um die Ecke kommen wie „Als Dreikäsehoch fand ich dieses Lied von Roy Black&Anita ganz toll“. Das zählt nicht.

So, dann starten wir mal. Kenner von MOZ erwarten jetzt möglicherweise einen Song von U2. Aber das ist nocht nicht guilty pleasure, das ist in der Regel irgendwie gerade so okaaay (Sorry, UNO-Girl). Songs aus der Schublade ‚Guilty Pleasure‘ fangen bei MOZ mit sowas an wie Patsy Kensit&Eighth Wonder und I’m not scared. Noch Fragen? Okay, auch nur eine Dreiviertel guilty pleasure, denn der Song stammt von Tennant und Lowe. Die eigene Version aus dem Album Introspective ist dann schon wieder pure pleasure without any guilt.

Ein weiteres Beispiel aus der Rubrik ist so ziemlich jeder Song von Billy Idol, insbesondere aber Rebel Yell. Es gab mal Zeiten, in denen der örtliche Dorf-DJ das Lied recht bald auflegte, wenn eine bestimmte Gruppe von Individuen die Disse betreten hatte. Schon peinlich. Aber ich liebe diesen Song noch immer. Face it.

Was markiert den unteren persönlichen Geschmacksrand, wenn Patsy noch relativ weit oben ansetzt? Lassen wir uns überraschen, moi MOZ eingeschlossen, was noch so alles steckt in den Untiefen meines Guilty Pleasure-Fundus.

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8 Antworten to “Neue Rubrik „Guilty Pleasures“”

  1. Mhmmmm, also ich finde ja Héroes del Silencio mit Entre dos Tierras mmer noch toll – obwohl ich ansonsten nichts dergleichen konsumiere. Geht das in die richtige (sprich genügend Geschmacks-verwirrte) Richtung???

  2. Nachtrag: Ich kenne jemanden mit etlichen Blümchen-CDs im Schrank und der hat definitiv nicht vor, sich von denen zu trennen…

  3. DAS erfüllt sicher den Tatbestand guilty pleasure, wahrscheinlich sogar in mehrfacher Hinsicht ;-))

  4. Ich finde Rebel Yell jetzt nicht besonders schlimm. Insbesondere nicht für Leute ab 40, die Billy Idol schon gut fanden als der Rest der Klasse noch Smokie hörte.
    Meine guilty pleasures setzen jedenfalls etliche Etagen tiefer an. Was grundsätzlich unter keinen Umständen zu entschuldigen ist, ist Schlager. Dennoch stehe ich auf „Mein Freund der Baum ist tot“ von Alexandra, und „Manchmal möchte ich schon mit Dir“ von Roland Kaiser. Dass diese Lieder eine gewisse Komik besitzen ist unbestreitbar, aber wenn wir Ironie nicht als geschmacksbefreiend zählen lassen, dann ist das Vergnügen belastet mit dem Makel des ästhetischen Fehltritts.
    Mea culpa. Mea maxima culpa.

  5. Und ist es nicht auch ein guilty pleasure, Sonntags im Mauerpark beim Karaoke zuzugucken und mitzujubeln?

  6. Die Berlinerin Says:

    Ich finde wirklich ‚guilty‘ ist doch eher so etwas wie meine Verirrung zu Milli Vanilli: Girl you know it’s true (oder wie die Schnulze hieß). Aber bitte nicht gegen mich verwenden. Und W., wir wollen nochmal was echt Schlimmes hören!!! Wenn wir uns hier schon so outen…

  7. @Doorie: Ja, Roland Kaiser erfüllt den Tatbestand wirklich voll. Aber mit Blick auf Euer CD-Regal hatte ich ja fast eher noch Pe Werner befürchtet.
    @Die Berlinerin: Ich habe nachgelegt …

    • Hey! Mit Pe Werner habe ich NICHTS zu tun, das ist die Doktorsche, die diese Scheiben niemals, niemals auflegen darf wenn ich in Hörweite bin. Und Klaus Lage genauso wenig. *schauder*

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