Ode an die Smiths – Part 10

My dear friend C. bringt ihrem Freund immer mal die SUN vom Einkaufen mit. Ihr Fred liest selbige gerne ob des lustigen Wortschatzes. Neulich prangte im Zusammenhang mit britischen Studenten im Sturm auf die Toryzentrale das Wort „Yob“ auf dem Cover. In meinem Unwissen nahm ich an, die SUN hätte „young“ und „mob“ mal eben zu yob zusammen gezogen. Falsch. Den Terminus „yob“ kennt die englische Sprache schon etwas länger als Bezeichnung für das, was unsere, äh, also meine Großeltern noch „Halbstarke“ nannten.

Was das in einem Blog über Musik soll und dann auch noch unter der obigen Überschrift?

Well, noch während ich über die „yobs“ las, die von überforderten Polizeikräften nicht am Sturm auf die Tories gehindert werden konnten, waberte

I decree today that life is simply taking and not giving.
England is mine – it owes me a living.
But ask me why and I’ll spit in your eye, ask me why and I’ll spit in your eye.
But we cannot cling to the old dreams anymore no, we cannot cling to those dreams.

durch mein smithverstrahltes Hirn.

Die Zeilen stammen aus Still Ill, vertreten auf dem 1984 erschienenen Debutalbum von The Smiths. Thatcher hatte eine Schneise des sozialen Grauens durchs Land gezogen, vielfältig reflektiert auch im zeitgenössischen britischen Indie-Kino jener Tage. Besonders einst stolze Industriestädte des Nordens, darunter Morrisseys Manchester, erlebten den traurigen Höhepunkt/Tiefpunkt ihres seit Jahren fortschreitenden Niedergangs. Soviel zum Setting. Interessant nun, wie sich soziale und ökonomische Umbrüche bei Morrissey mit den persönlichen, biografischen verschneiden. Denn er fährt fort:

Does the body rule the mind or does the mind rule the body?
I dunno…
Under the iron bridge we kissed and although I ended up with sore lips:
It just wasn’t like the old days anymore.
No, it wasn’t like those days.

Nichts ist mehr wie gestern gelernt, geglaubt, gefühlt, außer der Gewissheit:

There are brighter sides to life and I should know because I’ve seen them.

Allerdings, hey, it’s Morrissey, nicht die Bläck Fööss:

But not very often.

In Maggies Reich setzte einst im künstelerischen Bereich eine vielfältige Auseinandersetzung mit der kalten Politik der Eisernen Lady ein. Mal sehen, was in den nächsten Monaten und Jahren so over in UK passiert.

P.S.: Gebt mal Arcade Fire + Still Ill bei G. und Co. ein, dann findet Ihr so was.

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