22mal Juliet oder: Das musikalische Stockholmsyndrom

Länger nicht mehr über Guilty Pleasures gesprochen, nicht wahr? Nun denn. Moi, moz, legt vor. Und Ihr legt bitte in Sachen Confessiones in den Kommentaren nach. Tit for tat, folks.

Mit der heutigen guilty pleasure verbinde ich einen Sommerurlaub anno 1983  in Südtirol. Während ich auf Wandertouren mit meinen Eltern schwitzte, amüsierte sich meine ältere Schwester abwechselnd mit den Ponies des Hotels oder den Vespajungs aus dem nächsten Dorf. Abends hingen selbige, also die Jungs, nicht die Ponies, dann rauchend vor dem Hochparterrehotelzimmer rum, das ich mir mit meiner Schwester teilen musste. Ich war genervt. Insbesondere, weil ständig, aber wirklich fast ununterbrochen der selbe, schon in sich äußerst repetitive Song aus meinem Kassettenspieler plärrte, den die Hof haltende Schwester kurzerhand okkupiert hatte: Juliet von Fistelrobin Gibb.

Der Name Juliet fällt in dem Song 22 mal. Das machte an einem durchschnittlichen Abend mit cirka 8 Wiederholungen 176 mal „Juliet“ in meinen Ohren. Diese perfide Hirnwäsche wirkte. Bald summte ich den Quatsch beim Wandern oder Bremsen im Schwimmbad totschlagen ganz von selbst. Ja, ich beschloss sogar irgendwann, den Song richtig zu mögen.

Ich möchte an dieser Stelle für eine derartige Reaktion auf musikalische Geiselhaft den Terminus „musikalisches Stockholm-Syndrom“ einführen.

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Eine Antwort to “22mal Juliet oder: Das musikalische Stockholmsyndrom”

  1. Iiiih, Robin Gibb! Zu dem Zeitpunkt, an dem Du Sommerurlaubend warst, waren bei mir schon Ideal und Ton Steine Scherben angesagt, und für den Feten-Gebrauch lagen die Eurytmics und Michael Jackson ganz weit vorne. Ich hatte aber auch eine Bee-Gees-Phase, das war 78 oder 79. Während der Freund meiner Mutter Pink Floyd hörte, ließ ich „Odessa“ laufen. Grusel!

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