In Meinem Musikoberstübchen Viel Zu Lang In Der Hintersten Ecke Verramscht: Songs In The Attic (Billy Joel, 1981)

Ich befinde mich seit einigen Wochen wunderbarerweise in einer Billy Joel-Wiederentdeckungsphase. Als ich mich gestern von New York State of Mind via Good Night Saigon zu She’s Got A Way hörte, landete ich beim Livealbum Songs In The Attic. Billy Joel spielte es 1981 mit seiner vertrauten Tourcombo im Paket ein, darunter sein Leib und Magen-Drummer Liberty DeVitto und der Saxman Richie Cannata. Auf Songs In The Attic erfahren unter anderem zwei Songs vom frühen Cold Spring Harbour (1971) späte Genugtuung. Die Plattenfirma hatte seinerzeit bei Joels Debutalbum mit dem Master geschludert und aus Versehen war alles auf der Pressung einfach mal einen Tacken zu schnell – und Joels Stimme somit seltsam hoch. Billy Joel soll getobt haben. Und nur zu gerne hat er sicher dann zehn Jahre später für Songs In The Attic das oben bereits erwähnte She’s Got A Way und Everybody Loves You Now endlich zu einer angemessenen Würdigung durch ein größeres Publikum verholfen. Wer Joels Motivation zur Aufnahme von Songs In The Attic ausführlicher hören will, sollte in dieses Interview mit ihm reinhören.

Die Tracklist in Gänze, am besten mal bei einem dieser Streamplattformen Marke Spotify in einem Rutsch hören, kommt besser als filetiert und in den falschen Versionen via Youtube und Co.:

Miami 2017 (Seen the Lights Go Out on Broadway)
Summer, Highland Falls
Streetlife Serenader
Los Angelenos
She’s Got a Way
Everybody Loves You Now
Say Goodbye to Hollywood
Captain Jack
You’re My Home
The Ballad of Billy the Kid
I’ve Loved These Days

Soweit die rather trockene Musikfaktenhuberei.

Die biografische Kiste dazu ist, dass ich einst auf Vinyl Billy Joels Werk und Werken zwischen 1971 und 1989 recht komplett besaß, somit im Bereich der Livealben neben Концерт (1987) eben auch Songs In The Attic. Viele Songs, die in der Studiofassung im Laufe der Jahre Patina angesetzt haben, weil sie nun einmal auch ein Stück weit die Produktionsmoden ihrer Zeit mit sich rumschleppen und steril rüberkommen, sind live einfach unschlagbar grandios geblieben. Was Billy Joel bei mir immer wieder und immer wieder neu schafft: Er am Piano und die Stimme dazu macht aus Fernweh Kribbeln in allen Körperteilen, es springt das verliebte Herz endgültig aus dem Takt, lässt sich die Bitterkeit auf der Zunge spüren, tut der Liebeskummer überall weh, wachsen meinem Trotz Stierhörner, reicht Kitsch aber bis Oberkante Unterlippe. Es gibt mitunter Songs, die mir über sind, auch mal für Jahre. Aber sie sitzen in meinem Musikerfahrungsschatz und werden unverhofft beim Kramen wiederentdeckt, abgestaubt, mit kindlicher Begeisterung neu bestaunt, rauf und runter gespielt – und dann wieder für eine Weile beiseite gelegt … .

Streetlife serenaders
Have such an understanding
How the words are spoken
How to make the motions

Streetlife serenaders
Have no obligations
Hold no grand illusions
Need no stimulation

Midnight masqueraders
Workin‘ hard for wages
Need no vast arrangement
To do their harmonizing

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