„No, It’s Crap, We Can Do It Again“ …

Ich hatte 1995/56 in Florenz einen recht guten Konzertflow, der unter anderem P.J. Harvey, Blur und Paul Weller einschloss. Im Rennen um den absoluten Hotspot in meinen Konzerterinnerungen jener Zeit liegt aber Radiohead ganz weit vorne. 22. November 1995. Mann, ich habe glaub ich aus mehr als einem Grund in jenem Konzert geheult, einer davon sicher, dass Thom Yorke einfach so grandios war. Pablo Honey, My Iron Lung und The Bends gehörten zum festen Inventar meiner Exil-CD-Sammlung, ich konnte jede Zeile in und auswenig mitsingen, mein gebrochenes, tapferes, sehnsuchtsvolles, verarschtes Herz nährte sich zeitweilig von Thoms whining. Creep wurde damals noch live gespielt, ach was, zelebriert.

Ich war seitdem auf keinem Radioheadkonzert mehr. Ich wollte unbedingt zur Tour des großen OK Computer, aber es sollte irgendwie nicht sein. Danach setzte etwas ein, was man auch als Angst vor der Gegenwart bezeichnen kann. Ich wollte nicht auf einem Konzert stehen und mir wie anderen sagen „damals, in Florenz …“. Ich wollte eines der emotionalsten Konzerte meines Lebens als solches im Herzen behalten, eine meiner liebesten Bands jener Phase genau so erinnern, wie sie eben damals, Ende 1995 auf der Bühne standen und sich die Seele aus dem Leib spielten.
Wenn also dieses Wochenende wieder Hof gehalten wird in der Wuhlheide, sende ich einen Handkuss an den begnadeten Zeremonienmeister und seine Band – und drehe My Iron Lung voll auf. Have fun, all my dear and dearest friends vor Ort!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: