Archiv für Oktober, 2013

The Arcade Fire: Reflektor Komplett Bei NPR Im Stream

Posted in High Rotation with tags on Oktober 25, 2013 by moz

Heute kommt Reflektor endgültig auf den Markt, aber die Marketingmaschine surrt schon vorher munter vor sich hin, inklusive einem Komplettvideo zum Album (gespeist aus Orfeu Negro, glaube ich). Enjoy, inklusive his masters voice.

Knietief Im Guten Alten Gitarrensolo: The Wave Pictures

Posted in High Rotation with tags on Oktober 19, 2013 by moz

In regelmäßigen Abständen schlägt das Gitarren(pop?)herz von moi moz deutlich höher. Zum Beispiel, wenn Darren Hayman ein neues Album (presumably über Essex) rausbringt, Oder, wenn The Wave Pictures die x-te Platte veröffentlichen und munter betouren. City Of Forgiveness ist ein Doppelalbum geworden. Laut Band entstanden in wenigen Wochen, basierend auf den Erlebnissen, welche die Band mit Allo Darlin‘ quer durch die USA reisend sammelte. Nach einem Album der Straße für den langen Trip auf eben selbiger endlosen irgendwo zwischen Hank Williams Haus und Billy The Kids Grab klingen entsprechend auch viele der Songs, als Anspieltipps:

Red Cloud Road Part 2

Better To Have Loved

The Inattentive Reader

Whisky Bay

Kaum zu glauben, aber wahr: Hier lasse ich mir Gitarrensoli, wie sie sonst eigentlich tief in die70iger gehören und Jimmy oder Eddie all over geschrieben haben, gerne gefallen. Vielleicht ist es auch der Hauch von Jonathan Richman, der die Songs durchweht. Oder David Tattersalls Stimme, die ab und an sogar mal an den frühen David Byrne erinnert und wie Darren Haymans Organ unter „love it or leave it“ fällt. So oder so: City Of Forgiveness kriegt mich.

P.S.: Unterstützt die kleinen, wackeren Bands dieser Erde, kauft Ihre Alben.

The Gloves Are Off, The Wisdom Teeth Are Out, What You On About?

Posted in High Rotation with tags on Oktober 13, 2013 by moz

Ich habe erst eben das Video zu dem ohnehin grandiosen Step entdeckt. spätesten so bei 3:19, als Big Bird, vielleicht aus dem Central Park kommend, einsam zwischen Menschenmassen den Broadway gen Times Square stakst, hatte ich Pipi in den Augen. Die bestens zum Text arrangierten Bildwelten zusammen mit der wunderbaren Musik: 1 mit fuffzig Sternchen. No wonder, dass sämtliche (recht teure) Vampire Weekend-Konzerte in NY aber sowas von ausverkauft waren. Heimspiel eben.

Vampire Weekend bauen mit dem Video im Visuellen die dritte Zitatebene neben der musikalischen und der sprachlichen auf. Sicher, dass es schon tausend schlaue Blogger gibt, die sich daran besser abarbeiten als es Moi Moz je könnte und wollte. Dicke postmoderne Zwiebel, wie allein die musikalische Zitate, die zum Teil selbst selbst zitieren (zuvorderst natürlich Souls Of Mischief’s Step To My Girl, Aubrey von Bread, Aphrodite’s Child von Rain), zeigen. Ich habe einen Hinweis gefunden, den ich dank Google Street View sogar vom Sofa aus prüfen konnte: Bei der Liedzeile zu den Punks („I can stll see them, they huddled on Astor.“) ist eine Kunstinstallation am Cooper Square im East Village aus dem Blickwinkel eines Betrachters aufgenommen, der am Eingang zur Subway am Astor Place steht.

 

 

Cass McCombs: Morning Star

Posted in High Rotation with tags on Oktober 12, 2013 by moz

Du gehörst zu den Menschen, die bei bestimmten Songs die Augen schließen und sich ausmalen, durch ihre Sehnsuchtslandschaft der Wahl zu reisen? Dann könnte es in diesem Fall ein Ort sein, an dem man mit offenem Verdeck reisen kann, eine Hand gleitet durch die Luft, als würde sie Wellen reiten.

Du gehörst zu den Menschen, die sich an historischen Skateraufnahmen nicht satt sehen können, dabei ständig „yikes, das war geil!“ rufend?

Ladies and Gents: Cass McCombs Morning Star

BTW: Derzeit bei NPR das gesamte Album Big Wheel And Others im Stream.

Daughter x AnTenNae: Get Lucky (Cover)

Posted in Cover me, High Rotation with tags on Oktober 10, 2013 by moz

Dieses Cover von Get Lucky, entstanden in Kollaboration von Daughter und AnTenNae (doofes Wortspiel), ist die novembertaugliche Variante des allgegenwärtigen Daft Punk-Smashers.

Generation Walkman

Posted in Soundtrack of my life on Oktober 6, 2013 by moz

Mein im örtlichen Bachchor singender Klassenlehrer hasste ihn abgrundtief. Der „Gehmann“, wie er als Englischlehrer zum Walkman abfällig sagte, schien in seinen düsteren Darstellungen der Anfang vom Ende der Zivilisation, des „Alten Europa“. Insbesondere, wenn man darin irgendetwas anderes als Bach-Kantaten hörte. Simon and Garfunkel ging vielleicht auch noch. Aber dann war Schluss mit Lustig. Folgte man meinen Klassenlehrer in seine Hirnwindungen, dann war der Walkman das Äquivalent zum  Big Mac. Konsumdreck. Ex und Hopp.

Mein erster Walkman war crap. Ich hatte ihn mir zum Geburtstag oder Weihnachten gewünscht. Und wie so häufig, wenn ein Wunsch aus dem Elektronikgadgetbereich selbst mit genauesten Modellnamen und Kauftipps in unterschiedlichen Preisklassen verbunden an meine Eltern ging, wählten diese eigenmächtig irgendein Modell von Universum aus dem örtlichen Quelleshop. Das Teil leierte, klang grauselig, schnell klemmten die Knöpfe und ich wusste bereits mit 12 Jahren, dass es mit Quelle kein gutes Ende nehmen konnte angesichts solcher Eigenmarkengrütze.

Mit eine der ersten Anschaffungen von meinen Konfirmandengehalt war folglich ein WALKMAN. It’s a SONY, baby! Was sonst? Und zwar ein leichtes Gerät mit fancy Aluminiumgehäuse aus der DD-Reihe. Nur ein SONY-Walkman durfte sich wirklich Walkman nennen. Der Rest konnte getrost „Gehmännchen“ geschimpft werden. Damals war SONY für mich die coolste Marke der Welt. Die konnten einfach nichts falsch machen. Eine gewisse Zeit war mein Traum-Tattoo die Bildmarke von SONY. Nur die Punkte auf den Arm.

Diese tiefe Zuneigung resultierte sicher nicht unwesentlich aus dem Umstand, das mir mein Walkman als treuer Begleiter immer und überall Zugang zur Lebensquelle Musik verschaffte. Nur die Batterie setzte ein Limit. Und die Länge der Kassette. Mein Walkman hatte sogar eine Reverse-Funktion, so dass ich die Kassette nicht mehr rausnehmen musste. Mal hüllte ich mich in Watte, mal in blickdichtes Glas, dann waren es rosa Wolken, mitunter Stacheldraht oder dicke Stahlwände. Dank Walkman war ich safe, konnte mich zurückziehen auch an Orten, an denen bis dahin an Rückzug nicht zu denken war. Der Walkman war in keinster Weise das Äquivalent zum Big Mac, den man in drei Zügen verschlang. Mein SONY ermöglichte es mir, in Musik einzutauchen. Durch Straßen laufen und immer wieder das neue Album von The Cure hören. Oft blieb eine Kassette über Tage in der Endlosschleife im Gerät kleben. Bei den Anfangstakten von Sunday Bloody Sunday sehe ich mich heute noch mit dem Walkman auf den Ohren eine ganz bestimmte Straße meiner Heimatstadt entlanggehen, in den Händen zwei Stifte aus dem Federmäppchen, mit denen ich das Schlagzeug mitspiele. Der Walkman intensivierte meine Beschäftigung mit Musik, er vermengte das Gehörte mit anderen Sinneseindrücken, schuf immer wieder neue Bezugssysteme. Ich war und bin SONY unendlich dankbar, dass sie das Potenzial einer fremden Erfinderidee erkannten und 1979 den Walkman zu den Menschen brachten.

Warum ich das schreibe? DF strahlt heute das Radiofeature „Music To Go“ aus, das sich der Geschichte des Walkman nähert. Vielleicht will jemand von Euch ja auch auf Zeitreise gehen, im Geiste den eigenen Walkman aufsetzen – und Bachs Wohltemperiertem Klavier lauschen … . Oder lasst mich wissen, was auf Eurer Walkmanhitliste war.

 

 

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