Archiv für Boy George und Blitz

Whatever Happened to the Gender Benders?

Posted in Backlist, Backstage, Soundtrack of my life with tags , , , , , , on November 2, 2009 by moz

Seitdem mich der beste Ex-Flatmate of the World vor rund einem Jahr mit dem exzellenten Büchlein Rip It Up And Start Again beglückt hat, bin ich ja musikalisch mehr zurück in den späten 70igern und frühen 80igern als in der Jetztzeit.

Let’s face it: Es ist auch ein wenig meine Kinder- und Teenagerzeit, in die ich popmusikalisch teils hocherfreut, teils mit Grausen wieder eintauche. Das macht sicherlich einen Teil des Reizes für mich aus. Darüber hinaus fasziniert mich aber, wie in jenen Jahren – gespeist aus den vielfältigsten musikalischen und künstlerischen Quellen – vielschichtige neue Strömungen in der populären (Musik)Kultur entstanden. Vielen dieser Strömungen hat Arte ja jüngst seinen überwiegend sehenswerten Summer Of The Eighties gewidmet.

Das Kapitel New Romantics/New Pop durfte in einer solchen Rückschau natürlich nicht fehlen. Channel 4 hat bereits vor einiger Zeit eine sehr sehenswerte Doku über die Blitz-Kids und ihre bekanntesten Protagonisten gebracht, Whatever Happened to the Gender Benders betitelt. Im Fokus stehen Steve Strange, Marilyn (nicht Manson!) und der unvermeidbare Boy George. Vieles und Viele der Blitz-Ära mögen durch diese Zuspitzung etwas aus dem Blickfeld geraten. Aber dafür wird umso klarer, wie sehr die Blitz-Kids das bewusste Verwischen von und Spielen mit Gender- und Rollenbildern popularisiert haben. Ganz im Geiste von cute, cuter, the cutest David Bowie, versteht sich. Wie sagt es doch einer der Zeitzeugen so treffend über Boy George: George was a Gender Bender for Grannies. Darüber hinaus sind die Stories über Steve Strange als Gott an der Tür, der sogar Mick Jagger nicht reinlässt (well done!), Marilyn, der/die David Bowie abblitzen lässt und Boy George, der als Garderobiere die Gäste bestiehlt, einfach göttlich!

Amy und Pete, zwei der jüngsten Opfer der britischen Yellow Press, wenn es um Drogen geht, können sich angesichts der Geschichte von Boy George und Marilyn überdies eventuell etwas getröstet fühlen, dass sie nicht die ersten und letzten sind, die derart gehetzt und gejagt werden. Was der dauerhafte Konsum von Heroin und Co. außerdem langfristig so alles versauen kann, lässt sich gut an Steve Strange, Boy George und vor allem Marilyn ablesen. Poor old lads, that!

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