Archiv für Manchester

24 Hour Party People…

Posted in Backstage with tags , , on Juli 27, 2008 by moz

Michael Winterbottoms recht amüsanter Spielfilm über Tony Wilson, Factory Records und jene schöne Zeit irgendwo zwischen Joy Division und Happy Mondays gibt es jetzt auch in Deutschland auf DVD.

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Die Welt ist trauriger als Ian Curtis an seinem letzten Tag

Posted in Backlist with tags , , , , , on Februar 2, 2008 by moz

So lautet die Zeile eines Songs meiner alten Freunde von der Rockformation Diskokugel. Aber sie stimmt nicht, wie der Besuch des Films Control ungefähr erahnen lässt (eine sehr treffende Rezension zum Film hatte die Zeit jüngst zu bieten).

Der Film hat ein großes Minus und ein großes Plus: Das große Minus ist die Darstellung und eventuell auch Überbewertung der Liebesgeschichte mit Annik, was auch ihrer Darstellerin und der Sätze, die sie sprechen muss, geschuldet ist. Das große Plus ist, dass ich aus dem Kino raus nach langer Zeit wieder Joy Division aus dem Regal holte. Und dann fragte ich mich sehr schnell, warum ich eigentlich so selten in den letzten Jahren Joy Division gehört hatte – außer auf Parties das unvermeidliche Love will tear us apart (nee, Leute, hier gibt es nun keinen Link, echt nicht).

Ich entdecke mit viel Spaß gerade Dinge, die mir bisher nicht aufgefallen sind: Der Einstieg von Digital klingt zum Beispiel verdammt so wie viele der Gitarren-Bass-Kombis der Violent Femmes – allen voran Blister in the sun und ein wenig auch Add it up (Ihr wisst schon: Why can’t I have just one f*). Besser gesagt: Die „Zitate“ der Violent Femmes sind schon dreist. Überhaupt: Der Bass. Joy Division muss den Bass-Spielern unter meinen Leserinnen und Lesern eigentlich Spaß machen. Peter Hook war stilbildend, finde ich. Ich hatte echt vergessen, wie gut viele Songs von Joy Division waren und sind. Zu Isolation oder She’s lost control muss ich dringend mal wieder irgendwo tanzen.

Mir fiel beim Sehen von Control ein, dass der spätere New Order Song Blue Monday – zuerst erschienen im Jahr 1983 – möglicherweise tatsächlich auch den Tod von Ian Curtis und das Gefühl der zurückgelassenen Freunde und Bandmitglieder thematisiert (denn der gute Ian bringt sich ja in einer Nacht von Sonntag auf Montag um). Ganz sicher ist Blue Monday aber der Song, in dem sich zeigte, dass es Bernard Sumner, Peter Hook und Stephen Morris gelungen war, einige Elemente von Joy Division in sich zu bewahren, aber zu einem neuen und eigenen Stil zu finden. Der spätere Niedergang von New Order bis hin zu Crap wie Krafty, darüber den Mantel des Schweigens…

By the way: Es gibt eine Dokumentation über New Order, die New Order Story. Und darin geht es natürlich auch um Joy Division. Bernard Sumner erzählt unter anderem von einer Nacht, in der Ian Curtis im Auto einen epileptischen Anfall bekam und ins Krankenhaus gebracht werden musste. Bandkollege Stephen Morris war damals total pissed – denn eigentlich hatte man sich gerade darauf geeinigt zu einer Tankestelle zu fahren, um Kippen zu kaufen… . In der Dokumentation ist außerdem ein früher Besuch der Bandmitglieder von New Order in einer TV-Sendung zu sehen. Auf die Frage des Moderators, wer das faulste Bandmitglied von New Order sei, antwortet Bernard Sumner spontan: „Ian Curtis.“ Das nenne ich englischen Humor.

Es ist übrigens eine Schande, dass Bono sich auf Ian Curtis als eines seiner großen Vorbilder beruft. Hä? Sorry, nur weil Tote sich nicht wehren können, darf man nicht alles. Und toll ist es auch, wenn Bono in der New Order-Doku Joy Division arg vereinfachend als Vorläufer der Gothic-Music bezeichnet. Richtig ist, dass im Umfeld des Post-Punk, zu dem man Joy Divison wohl zählen darf, auch Elemente des Gothic Rock entstanden. Aber genauso gut kann man auch sagen, dass Joy Divison Vorläufer der Industrial-Music waren. Gut, solange Bono nicht behauptet, von Joy Division führe der musikalische Weg zwangsläufig direkt zu U2, bin ich ja schon froh. Nichts für ungut, Bono, aber das wäre dann wie mit dem Punk und den Toten Hosen… .

Die Muße ist die Schwester der Freiheit

Posted in Soundtrack of my life with tags , , , , on Januar 16, 2008 by moz

Das wusste auch Morrissey, als er Heaven knows I’m miserable now schrieb. Ein kleiner Einblick in den Text gefällig?

I was happy in the haze of a drunken hour – but heaven knows I’m miserable now. I was looking for a job and then I found a job – and heaven knows I’m miserable now. In my life, why do I give valuable time to people who don’t care if I live or die? (hier zum ganzen Text).

Needless to say, dass ich die Bedeutung des Textes als kaum schuftende Schülerin und Studentin nicht ganz erfassen konnte.

Das änderte sich schnell, als ich zum Fron in eine Agentur nach Minga ging. Kam ich abends aus den Weiten Unterföhrings heim, begrüßte mich gerne schon mein geliebter Flatmate – auch bekannt als bester aller Mitbewohner – mit diesem Lied. Machte er doch gerade und immer wieder ähnliche Erfahrungen in seinem Job.

Ich kann gar nicht sagen, wie tröstend dieses Lied seitdem immer wieder für mich ist!

Als Teenager war ich ja verliebt in Morrissey. Wie wohl Legionen leicht depressiver junger Frauen und Männer mit dem Hang zu schweren Weisen auch.

Aber zu den Smiths äußere ich mich sicher demnächst noch ausführlicher….

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