Archiv für Smiths

Ode an die Smiths: Part 9

Posted in Backlist, Soundtrack of my life with tags , , on Juni 5, 2009 by moz

Ich lehne die Verballhornung und Verhunzung noch so dumpfer Lieder zu Klingeltönen strikt ab. Das muss nicht sein. Aber ich gestehe: Noch in der Kreidezeit des Handys und lange vor jedweder Polyphonie schickte mir ein Freund aus England den Link zu einer Seite, die Songs von den Smiths als Klingeltöne anbot. Kostenlos, ohne Abo und überhaupt.

Ich konnte nicht widerstehen. Meine Wahl fiel schnell auf das wunderbare Girlfriend In A Coma. Fortan nutzte ich mein Mobiltelefon für einige Zeit als musikalischen Lackmustest.

Girlfriend In A Coma soll ja auf die Krebserkrankung einer guten Freundin Morrisseys anspielen, die Zeilen

There were times when I could
Have „murdered“ her
(But you know, I would hate
Anything to happen to her)

NO, I DON’T WANT TO SEE HER

[…]

There were times when I could
Have „strangled“ her
(But you know, I would hate
Anything to happen to her)
WOULD YOU PLEASE
LET ME SEE HER !

passten so oder so perfekt  zur damals finalen Trennung des kongenialen Duos Marr/Morrissey.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich schon mal auf Perrecy und dessen deutsche Interpretationen vieler Smith- und Morrisseysongs hingewiesen habe, hiermit sei Euch der holde Barde mit Meine Freundin liegt im Koma vorgestellt.

Übrigens: Die Spielfilmszenen im Originalvideo der Smiths stammen aus dem englischen Spielfilm The Leather Boys (1964). Der Plot dreht sich um eine Bikergruppe mit einem schwulen Mitglied. Man kann nicht gerade behaupten, dass Morrissey seine Anspielungen ungemein subversiv verpackt hätte… .

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Ode an die Smiths, Part 2

Posted in Backlist, Soundtrack of my life with tags , , on März 25, 2008 by moz

Eine weitere Strophe aus meiner Ode an die Smiths…

Ich weiß noch ganz genau, wann und wo ich das erste Mal The Smiths gehört habe. Meine Freundin G. war zwei Jahre älter und hatte teilweise einen ganz guten Musikgeschmack, den sie in Revolte gegen ihr ultrachristliches Elternhaus und als (damals noch) schwarzes Schaf der Familie auch ausgiebig pflegte. Ich profitierte davon. Ihr verdanke ich unter anderem wichtige erste Kontakte mit Joy Division und New Order. Und eben The Smiths.

Round about 14 Jahr, damals noch wirklich blondes Haar. Ich saß im Zimmer einer Freundin von G.. The Queen is Dead kam auf den Plattenteller. Wow! And I lay in awe on the bedroomfloor. Musikalisch und auch sonst tat sich eine neue Welt auf. Ich verstand zwar beim ersten Hören nur die Hälfte vom Text. Aber hey, der Typ, der da sang, schien mindestens genauso hoffnungslos mit der Welt außerhalb des eigenen Ichs auf Kriegsfuß zu stehen wie ich. Der christliche Teil meines Schizo-Ichs dankte dem Herrn, der eher freigeistige Teil zündete sich erst mal eine Zigarette an und atmete tief durch. Ich war also nicht allein.

Ich blieb nicht ewig 14, genausowenig wie ich ewig wirklich blondes Haar behielt. Zunehmend stand ich mit der Welt da draußen weniger auf Kriegsfuß, fühlte mich nicht 24 Stunden am Tag unlovable und bekam dann auch mal, was ich wollte. But:

(…)
don’t forget the songs
That made you cry
And the songs that saved your life
Yes, you’re older now
And you’re a clever swine
But they were the only ones who ever stood by you

(…)

I’m holding the torch
In the corner of your room
Can you hear me ?
And when you’re dancing and laughing
And finally living
Hear my voice in your head
And think of me kindly
No …
Rubber ring, rubber ring, rubber ring, rubber ring.

Die Muße ist die Schwester der Freiheit

Posted in Soundtrack of my life with tags , , , , on Januar 16, 2008 by moz

Das wusste auch Morrissey, als er Heaven knows I’m miserable now schrieb. Ein kleiner Einblick in den Text gefällig?

I was happy in the haze of a drunken hour – but heaven knows I’m miserable now. I was looking for a job and then I found a job – and heaven knows I’m miserable now. In my life, why do I give valuable time to people who don’t care if I live or die? (hier zum ganzen Text).

Needless to say, dass ich die Bedeutung des Textes als kaum schuftende Schülerin und Studentin nicht ganz erfassen konnte.

Das änderte sich schnell, als ich zum Fron in eine Agentur nach Minga ging. Kam ich abends aus den Weiten Unterföhrings heim, begrüßte mich gerne schon mein geliebter Flatmate – auch bekannt als bester aller Mitbewohner – mit diesem Lied. Machte er doch gerade und immer wieder ähnliche Erfahrungen in seinem Job.

Ich kann gar nicht sagen, wie tröstend dieses Lied seitdem immer wieder für mich ist!

Als Teenager war ich ja verliebt in Morrissey. Wie wohl Legionen leicht depressiver junger Frauen und Männer mit dem Hang zu schweren Weisen auch.

Aber zu den Smiths äußere ich mich sicher demnächst noch ausführlicher….

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