Schreib Dein Leben auf ein Stück Papier vs. Mir ist heute so gewaltsam

Ich bin jetzt raus, jetzt steh ich hier,
das Wasser riecht nach Gift
’n toter Vogel kommt vorbei und stirbt –
der Kellner spielt Klavier.
Wir sind die letzten von hundertzehn –
wir warten bis die Zeit vergeht.

Tausend Tage und Nächte auf See,
das Land kommt nie zurück.
’ne Menge Mädchen war’n dabei und lachen,
viel zu schön um zu gehn.
Wir war’n so hungrig, wir war’n so kalt,
wir wollten nie zurück,
und jetzt treiben wir uns rum auf dem toten Schiff
und warten bis die Zeit vergeht.

Déjà Vu – Déjà Vu – Déjà Vu

Der Rote Hugo hängt tot am Seil,
die Leiche stinkt nach Shit.
Wie’n weisser Engel, schön wie Schnee hängt er da
– eh,du tust dir noch weh!
War’n wilder Kerl mit feuchtem Blick,
doch der kommt nie zurück.
So schreib‘ dein Leben auf ein Stück Papier
und warte bis die Zeit vergeht.

Prägende Kindheitserinnerung: Déja Vu von Spliff. Ich hatte null Peilung, was der Text bedeuten sollte. Geisterschiff, Roter Hugo, Shit, weiß wie Schnee. Mhh. War aber auch total egal. Ich mochte das Lied einfach. Es krachte so schön und hatte außerdem was angenehm Mysteriös-Melancholisches. Mitternegger am Schlagzeug war für mich ein Held. Ich wollte auch Schlagzeug spielen, durfte aber nicht.

Aus derselben Zeit stammt (Komm, wir lassen uns) Erschießen von IDEAL.

Komm, wir lassen uns erschießen,
an der Mauer Hand in Hand.
Komm, wir lassen uns erschießen,
mit dem Kopf an der Wand.
Komm, wir lassen uns erschießen,
Sonntag morgens 5 vor 10.
Ich kann den Sonntag nicht ertragen,
und ich will keinen Montag sehn.

Langeweile killt nur langsam,
du wirst sehn, es tut uns gut,
mir ist heute so gewaltsam,
mir ist nach Schüssen heut zumut.

Komm, wir lassen uns erschießen,
zwei Schüsse mitten ins Gehirn.
Komm, wir lassen uns erschießen,
ich hab nichts zu verlier´n.
Komm, wir lassen uns erschießen,
Sonntag morgens 5 vor 10.
Ich kann den Sonntag nicht ertragen,
und ich will keinen Montag sehn.

Langeweile killt nur langsam,
du wirst sehn, es tut uns gut,
mir ist heute so gewaltsam,
mir ist nach Schüssen heut zumut.

Nach Schüssen, nach Schüssen…

Auch da war es mit meinen phi mal Daumen zehn Lenzen weniger der Text, der mich rockte. Meine ältere Teenagerschwester hatte Erschießen eine Zeit lang zu ihrem persönlichen Protestsong gegen alles Erwachsene erklärt. Ihr sagte der Text ganz offensichtlich schon deutlich mehr. Mir heute auch. apropos Schwestern: Erstaunlich, dass diese der beiden Humpes heutzutage jetzt so gequirlte Nabelschaukacke wie Ich + Ich fabriziert.

Euer Favorit? Déja Vu oder Erschießen? Vote!

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2 Antworten to “Schreib Dein Leben auf ein Stück Papier vs. Mir ist heute so gewaltsam”

  1. orthodoxobilly-wife Says:

    Ich stimme mal frei von der Lippe weg für: Erschießen

    Begründung: Ich fühle mich manchmal, als ob ich gerade [erschossen] worden wäre, ich könnte manchmal einige Leute [erschießen], ich habe entschieden etwas gegen Montage und Langeweile ist mir auch langweilig! Zudem war meine einzige und zugegebenermaßen kurze Begegnung mit dem Leistungssport das Sport[schießen]. Ach und: der Song gefällt mir auch besser!

  2. sazanno milho Says:

    Deja vu, Die Musik ist um Klassen besser und die vermittelte Atmo hat mehr klasse

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